On-Demand-Verkehr soll Linienbusse ersetzen

Die Leipziger Verkehrsbetriebe möchten ein Pilotprojekt fortsetzen und in anderen Stadtteilen drei Jahren lang erproben, ob Sammelfahren mehr Fahrgäste als die heutigen Linienbusse ansprechen.

Wie andere städtische Verkehrsbetriebe setzen auch die Leipziger Verkehrsbetriebe auf die barrierearmen, elektrisch angetriebenen LEVC TX. (Foto: Leipziger Gruppe)
Wie andere städtische Verkehrsbetriebe setzen auch die Leipziger Verkehrsbetriebe auf die barrierearmen, elektrisch angetriebenen LEVC TX. (Foto: Leipziger Gruppe)
Dietmar Fund

Der Leipziger Stadtrat soll am 8. Dezember 2021 darüber entscheiden, ob das On-Demand-Projekt „Flexa“ der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) auf zwei weitere Stadtgebiete ausgedehnt und dort als Ersatz für zwei schwach genutzte Buslinien positioniert wird. Es wird seit Oktober 2019 im Leipziger Norden und seit April 2020 im Leipziger Südosten erprobt, wo inzwischen batterieelektrisch und mit Range-Extender angetriebene LEVC TX mit sechs Fahrgastplätzen eingesetzt werden.

Diese als „Londontaxis“ bekannten „barrierearmen“ Fahrzeuge mit ausziehbarer Rollstuhlrampe möchten die LVB ab April 2022 auch in den Gebieten Leutzsch und Südwest einsetzen. Sie sollen in Leutzsch für drei Jahre testweise eine bisher im 20- oder 40-Minuten-Takt befahrene Buslinie ersetzen, die die am schlechtesten ausgelastete Buslinie der LVB ist. Im Gebiet Südwest wiederum soll eine Buslinie ersetzt werden, die unterschiedliche Linienwege und Takte aufweist, damit für die Fahrgäste schwer verständlich ist und weit verstreute Siedlungen erschließt.

In beiden Gebieten will das Verkehrsunternehmen mit dem Projekt Flexa die Bedienzeiten ausdehnen und über zusätzliche virtuelle Haltestellen die Wege der Fahrgäste verkürzen. Sie sollen auch mehr direkte Relationen zurücklegen können, für die man mit dem Bus bisher unter Umständen mehrmals umsteigen musste. Das Ziel des Projektes ist auch eine schnelle Anbindung an den 10-Minuten-Takt der Straßenbahnen. Die LVB wollen das Konzept stufenweise einführen, sodass der voll flexible Flächenverkehr erst einmal noch von den Buslinien begleitet wird.

Laut der Sitzungsvorlage wurden im Gebiet Flexa Nord mit seinen mehr als 120 virtuellen Haltepunkten seit 2019 über 110.000 Fahrgäste verzeichnet. Im erst im April 2021 gestarteten Gebiet Südost mit mehr als 110 virtuellen Haltepunkte waren es bis Mitte Juni 2021 über 4.000 Fahrgäste. Gesteuert werden die Sammelfahrten von einer Software, die von den LVB und dem Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen entwickelt wurde. Buchen kann man die Fahrten per App oder telefonisch.

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