Oberhausen bekommt einen Revierflitzer als Taxi-Ergänzung

Der Verkehrsbetrieb STOAG setzt mit dem kanadischen Software-Lieferanten ViaVan ein Ridepooling-Konzept um, das mit fünf elektrisch angetriebenen London-Taxis arbeitet.

Die fünf „Revierflitzer“ sollen vor allem nachts den normalen Linienverkehr ergänzen. (Foto: Sabine Müller/STOAG)
Die fünf „Revierflitzer“ sollen vor allem nachts den normalen Linienverkehr ergänzen. (Foto: Sabine Müller/STOAG)
Dietmar Fund

Seit dem 14. Juni 2020 ergänzt die STOAG Stadtwerke Oberhausen GmbH ihr Straßenbahn- und Bus-Netz in den Abend- und Nachtstunden durch ein On-Demand-Angebot. Der Verkehrsbetrieb nennt es „Revierflitzer“ und meint damit fünf batterieelektrisch sowie per Dreizylinder-Range-Extender angetriebene LEVC-Taxis, besser bekannt als „London-Taxis“.

Bestellen kann man die Fahrzeuge per App. Die von ViaVan stammende Software zur Bündelung der Fahrten gibt dem Nutzer an, an welcher der rund 3.500 virtuellen Haltestellen er wann einsteigen kann, was die Fahrt bis zu seinem Fahrtziel kostet und wann er ungefähr dort ankommen wird. Die Ankunftszeit kann sich wegen der Bündelung mit anderen Fahrtwünschen ändern. Gefahren wird täglich ab 21 Uhr und unter der Woche bis 2 Uhr in der Frühe. Am Samstagmorgen endet die Bedienzeit erst um 6 Uhr, am Sonntagmorgen sogar erst um 9 Uhr.

Wie bei anderen schon laufenden Projekten dieser Art erlegt die Bekämpfung des Corona-Virus auch den Oberhausenern Beschränkungen bei der Bündelung von Fahrtwünschen auf. Es werden von den sechs Sitzplätzen der mit einer Rollstuhlrampe ausgestatteten Fahrzeuge maximal drei belegt. Die Bezahlung läuft ohnehin kontaktlos per App. Der Fahrer sitzt beim LEVC TX bekanntlich in einer vom Fahrgastraum getrennten Kabine.

Die Fahrt im Revierflitzer soll preislich zwischen einem Linien-Ticket und dem Taxi-Tarif liegen. Der Preis soll nach der Entfernung gestaffelt werden. Vorgesehen sind Stufen bis 2, bis 5, bis 10 und bis 15 Kilometer. Für Zeitkarten-Inhaber gilt ein ermäßigter Preis. Bis zum 31. August 2020 bekommen alle Kunden einen Einführungsrabatt von 25 Prozent.

Die STOAG ist beim Fahrpersonal eine Kooperation mit Salmi-Tours aus Essen eingegangen. Das Unternehmen ist seit 13 Jahren in der Personenbeförderung tätig, schreibt der Verkehrsbetrieb. Laut seiner Homepage setzt es bisher vor allem Kleinbusse wie Ford Transit, Renault Master und Peugeot Boxer auch mit Rollstuhleinrichtungen ein. ViaVan wiederum ist ein Joint Venture, an dem Daimler beteiligt ist. Es ist bisher vor allem über das On-Demand-Projekt BerlKönig der Berliner Verkehrsbetriebe bekanntgeworden, aber auch an Projekten in Bielefeld und in Lübeck beteiligt.

Eine enge Kooperation für einen On-Demand-Verkehr in einer größeren Stadt sind auch die Stadtwerke Krefeld eingegangen. Über ihre Zusammenarbeit mit dem Taxi- und Mietwagenunternehmer Michael Knorrek und dem Softwareanbieter ioki hat taxi heute in der Ausgabe 3-4/2020 berichtet.

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