Vay und ioki: Weltweit ersten ferngesteuerten On-Demand-Service anvisiert

Die gemeinsame Lösung soll Kosten senken, Effizienz und Verfügbarkeit steigern und dem Fahrermangel im ÖPNV-Sektor entgegenwirken. Die ersten Pilotprojekte könnten im nächsten Jahr starten.

Michael Barillère-Scholz von ioki und Fabrizio Scelsi von Vay wollen künftig gemeinsam Fahrzeuge mit Telefahr-Technologie für On-Demand-Services auf die Straße bringen. (Foto: Vay)
Michael Barillère-Scholz von ioki und Fabrizio Scelsi von Vay wollen künftig gemeinsam Fahrzeuge mit Telefahr-Technologie für On-Demand-Services auf die Straße bringen. (Foto: Vay)
Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Claus Bünnagel)

Vay und ioki wollen mit gemeinsam entwickelter Telefahr-Technologie künftig kosteneffiziente und digitale Mobilitätsdienste auf Abruf auf die Straße bringen. In der Praxis würde das so aussehen, dass der Nutzer des On-Demand-Services – wie schon aktuell praktiziert – über die App ein Fahrzeug anfordert. Aus der Telefahrzentrale gesteuert trifft dieses kurz darauf ein. Der von ioki entwickelte Algorithmus berechnet die Route und ermöglicht Ridepooling. ioki Platform dient als Buchungsschnittstelle für die Nutzenden.

„Ich bin davon überzeugt, dass Telefahren eine erfolgsversprechende Schlüsseltechnologie ist, um fahrerloses Fahren schrittweise im ÖPNV einzuführen. Mit Vay haben wir einen starken Partner, der mit uns die Vision einer fahrerlosen, in den Alltag integrierten Mobilität teilt“, so Michael Barillère-Scholz, CEO und Co-Gründer der ioki GmbH, über die Kooperation.

Bedarfsverkehr ergänzen und Leerfahrten vermeiden

Der Algorithmus von ioki entscheidet individuell, ob die Nutzer in einem regulären Fahrzeug oder in einem telegefahrenen Fahrzeug mitfahren. Perspektivisch könnte der telegefahrene On-Demand-Service den bestehenden Bedarfsverkehr ergänzen und so Leerfahrten vermeiden. Dies ermöglicht, die Kosten zu senken und gleichzeitig die Verfügbarkeit des öffentlichen Verkehrs zu erhöhen. Außerdem könnte so dem Fahrermangel im ÖPNV-Sektor entgegengewirkt werden.

„Mit unserem Tür-zu-Tür-Mobilitätsservice, der durch unsere Telefahr-Technologie ermöglicht wird, wollen wir eine erschwingliche und bequeme Alternative für den Verkehr in Ballungsräumen schaffen. Die innovative Plattformlösung von ioki beschleunigt die Einführung unserer nachhaltigen und effizienten Mobilitätsdienste für den öffentlichen Nahverkehr. Gemeinsam arbeiten wir an unserem Ziel, die Zahl der privaten Autos in den Städten deutlich zu reduzieren“, sagt Fabrizio Scelsi, Mitgründer und CTO von Vay.

Vay und ioki stehen derzeit in Kontakt mit interessierten Verkehrsunternehmen, um die Verbindung von On-Demand- und telegefahrener Technologie zu testen. Die ersten Pilotprojekte könnten im nächsten Jahr starten.

Über ioki 

ioki ist ein führendes europäisches Technologieunternehmen für digitale Mobilität und Vorreiter für Autonomes Fahren im ÖPNV. Seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 2017 nutzen Unternehmen, Städte und Kommunen in elf Ländern die Expertise von ioki. Mit mehr als 130 flexiblen Bedarfsverkehren und über 4,5 Mio. Fahrgästen ist ioki Marktführer für On-Demand-Mobilität im DACH-Raum. Dazu gehören Leuchtturmprojekte wie ioki Hamburg (jetzt hvv hop) und der deutschlandweit erste autonom fahrende Linienbus.

Das Unternehmen bietet innovative Plattformlösungen für Flächen- und Linienverkehre, datenbasierte Verkehrsplanung sowie digitale Navigationsanwendungen für den Linienbetrieb. Mit seinen Software-as-a-Service und Beratungsleistungen ermöglicht ioki digitalgestützte Lösungen für eine nachhaltige Mobilitätswende. 190 Mitarbeiter aus über 20 Nationen arbeiten für ioki in Frankfurt.

Über Vay

Vay entwickelt Technologie für ferngesteuertes Fahren („Telefahren“) in Anlehnung an die Standards der Automobilindustrie und ebnet damit den Weg für nachhaltige und fahrerlose Mobilitätsdienste. Mit einem alternativen Ansatz zum autonomen Fahren will Vay schrittweise autonome Funktionen in sein System einführen, die auf hochwertigen Telefahr-Daten basieren. Seit Februar 2023 ist Vay das erste (und derzeit einzige) Unternehmen in Europa, das ein Auto auf öffentlichen Straßen ohne eine Person darin gefahren ist. Im Januar 2024 startete Vay seinen ersten kommerziellen Mobilitätsdienst in Las Vegas (USA). Telefahrer bringen ein Elektroauto zu den Kunden und holen es nach Beendigung der Fahrt wieder ab, so dass die zeitaufwändige Suche nach einem Parkplatz für sie entfällt. Während sie im Auto sitzen, fahren die Kunden selbst. So entsteht der günstigste Tür-zu-Tür-Mobilitätsdienst.

Vay wurde 2018 von Thomas von der Ohe, Fabrizio Scelsi und Bogdan Djukic in Berlin gegründet. Das Team mit mehr als 150 Mitarbeitern vereint Software- und Produkterfahrung aus dem Silicon Valley und Automotive-Hardware und -Sicherheitstechnik aus Europa. Das Unternehmen hat Niederlassungen in Berlin und Hamburg sowie in Las Vegas. Vay hat zuletzt 95 Mio. US-$ in einer Series-B-Finanzierungsrunde eingesammelt. Zu den Investoren gehören Kinnevik, Coatue, Eurazeo, Atomico, La Famiglia und Creandum sowie prominente Business Angels wie der ehemalige Alphabet-CFO Patrick Pichette, Peter Mertens, CTO von Audi, und der Chief Technology und Chief Product Officer von Spotify, Gustav Söderström.

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