Moia-Aus in Hannover: Taxi-Branche warnt vor nächstem Uber-Effekt

Nach dem Rückzug von Moia fordert das Taxigewerbe klare politische Maßnahmen zum Schutz des lokalen Personenverkehrs. Die Konkurrenz durch internationale Fahrdienstleister wächst – jetzt steht auch die Stadt Hannover in der Verantwortung.

Moia-Fahrzeuge am Ladefeld in Hannover: Der Rückzug des Ridepooling-Anbieters verändert das Mobilitätsangebot in der Stadt. | Foto: Moia
Moia-Fahrzeuge am Ladefeld in Hannover: Der Rückzug des Ridepooling-Anbieters verändert das Mobilitätsangebot in der Stadt. | Foto: Moia

Der Mobilitätsdienstleister Moia hat angekündigt, seinen Betrieb in Hannover kurzfristig einzustellen. Die Entscheidung kommt für Vertreter des örtlichen Taxigewerbes nicht überraschend. Bereits seit dem Markteintritt von Moia hatten Branchenvertreter Kritik an den aus ihrer Sicht wettbewerbsverzerrenden Bedingungen geübt.

Kritik an Wettbewerbsbedingungen

Nach Einschätzung des Taxigewerbes war Moias Geschäftsmodell von Beginn an auf Expansionskurs ausgerichtet und stark subventioniert. Dies habe zu einer verzerrten Wettbewerbssituation geführt, die zahlreiche Taxiunternehmen wirtschaftlich unter Druck gesetzt habe. Der jetzige Rückzug werde als Indiz für eine fehlende langfristige wirtschaftliche Tragfähigkeit dieser Strategie gewertet.

Wettbewerb durch Uber als möglicher Auslöser

Als einen möglichen Auslöser für den Rückzug sehen Vertreter des Taxigewerbes den gestiegenen Wettbewerb durch Uber. Auch wenn über die genauen Gründe nur spekuliert werden könne, wird der Einfluss des US-amerikanischen Fahrdienstanbieters als wesentlich eingeschätzt.

Taxi-Branche sieht sich als verlässliche Alternative

Das Taxigewerbe kündigt an, die entstandene Lücke im Mobilitätsangebot zu schließen. Man verweist auf eine seit Jahrzehnten etablierte Infrastruktur, gesetzlich regulierte Preise sowie eine rund um die Uhr verfügbare Dienstleistung. Diese sei unabhängig von digitalen Zugangsvoraussetzungen nutzbar.

Forderung nach politischer Unterstützung

In Reaktion auf die Marktveränderung appelliert das Taxigewerbe an die Stadt Hannover, angekündigte Maßnahmen zeitnah umzusetzen. Insbesondere wird die Einführung von Mindestbeförderungsentgelten gefordert. Ohne solche regulativen Schritte bestehe aus Sicht der Branche die Gefahr, dass weitere Taxiunternehmen dem Wettbewerbsdruck nicht standhalten können.

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