Protest gegen Barça: Taxifahrer kündigen Streiks wegen Uber-Partnerschaft an
Die Wut richtet sich weniger gegen den Verein selbst als gegen dessen neuen Partner.
„Jahrelang hat Uber außerhalb der gesetzlichen Vorschriften agiert, Arbeiter ausgebeutet und den öffentlichen Nahverkehr der Stadt geschädigt. Barcelonas Taxifahrer sagen: Genug!“, erklärt Tito Álvarez, Sprecher der Gewerkschaft, dem spanischen Nachrichtenportal "Tribuna".
Geplanter Stillstand am Spieltag
Der Zeitpunkt des Protests ist bewusst gewählt. Während Barça am 21. Oktober in der Champions League auf Olympiakos Piräus trifft, wollen die Fahrer die Zufahrtsstraßen zum Montjuïc-Stadion zwischen 18 und 23 Uhr blockieren. Auch die Vereinszentrale soll Ziel einer Demonstration werden – die Taxifahrer fordern dort ein direktes Gespräch mit der Vereinsführung.
Während der Aktion soll der gesamte Taxiverkehr ruhen. Nur Notfälle, etwa Fahrten zu Krankenhäusern oder für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, sollen weiterhin möglich sein. Sollte der Verein an der Kooperation festhalten, will die Gewerkschaft die Proteste bei weiteren Liga- und Europapokalspielen fortsetzen.
Konflikt mit Symbolkraft
Für viele Fahrer steht der Streit exemplarisch für den Umgang der Stadt mit digitalen Fahrdiensten. Seit Jahren ringen Taxiunternehmen und Plattformen wie Uber oder Cabify in Barcelona um Marktanteile und rechtliche Gleichstellung. Die Stadtverwaltung arbeitet derzeit an einem neuen Gesetz, das die Tätigkeit solcher Plattformen stärker regulieren – oder im Extremfall ganz untersagen – könnte.
Álvarez kritisiert, dass die Partnerschaft die Bemühungen um einen geregelten Stadtverkehr konterkariere.
„Wir haben versucht, eine Einigung zu erzielen – wenn auch nicht schriftlich –, um Taxi-Warteschlangen zu organisieren, die alle befördern und überhöhte Tarife vermeiden. Doch unsere Vorschläge wurden immer wieder abgelehnt“, sagt er.
Emotionen und Enttäuschung
Neben wirtschaftlichen Argumenten schwingt auch Enttäuschung mit. Für viele Taxifahrer ist Barça mehr als ein Fußballverein – er gilt als Symbol für die Stadt und ihre Werte.
„Barça ist der Verein meines Lebens – ich habe ihn sogar auf meinem Körper tätowiert. Es ist beschämend, dass sie einen Deal mit Taschendieben geschlossen haben“, sagt Álvarez.
Dass der Klub in finanziell schwierigen Zeiten nach neuen Sponsoren sucht, ist kein Geheimnis. Doch die Entscheidung, sich ausgerechnet mit Uber zu verbünden, trifft in Barcelona auf empfindliche Nerven.
Am Ende geht es nicht nur um einen Werbevertrag, sondern um die Frage, wie viel digitale Disruption eine Stadt verträgt – und welche Rolle ein Fußballverein dabei spielt. Álvarez bringt es auf den Punkt:
„Wir sind nicht gegen Plattformen – wir sind dagegen, dass sie illegale Fahrzeuge einsetzen.“
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