Volvos Kleinster ist als Taxi recht klein geraten

Als Plug-in-Hybrid kombiniert der Volvo XC40 Recharge feine Technik mit einem komfortablen Arbeitsplatz, aber das in einer für ein Taxi recht engen Karosserie.

Den Plug-in-Hybriden Volvo XC40 Recharge hat taxi heute bei winterlichen Wetterverhältnissen getestet. (Foto: Dietmar Fund)
Den Plug-in-Hybriden Volvo XC40 Recharge hat taxi heute bei winterlichen Wetterverhältnissen getestet. (Foto: Dietmar Fund)
Dietmar Fund

Bei frostigen Temperaturen abgeholt, zwei Wochen lang durch winterliche Landschaften gefahren und auf einem mit Schnee bedeckten Innenhof wieder abgestellt:  So hatte es der Volvo XC40 Recharge als Plug-in-Hybrid nicht leicht, um unter Taxi-Gesichtspunkten im Test von taxi heute zu glänzen.

Seinen Fahrer erfreute er mit seinem straff gepolsterten, absolut langstreckentauglichen Gestühl, das sich morgens schnell erwärmen ließ. Die Klimaautomatik begriff nach wenigen Metern, dass die stärkste Gebläsestufe die Windschutzscheibe freiblasen sollte und die an den Wischerarmen angebrachten Spritzdüsen sorgten bei Schmuddelwetter rasch für klare Sicht. Nachts überzeugten die serienmäßigen LED-Scheinwerfer, ihre Fernlichtautomatik und die durchgängig beleuchteten Bedienelemente.

Der bestens gedämmte Dreizylinder mit 1,5 Litern Hubraum ließ selbst nach dem Kaltstart kaum etwas von sich hören und das für diese Bauart typische Schütteln und Grollen blieb völlig aus. Selbst wenn die Fahrbatterie des Plug-in-Hybriden unterwegs nur durch Rekuperation wieder auf ein Minimum gefüllt war, rollte der XC40 Recharge meist sanft elektrisch los, bevor der Verbrenner sanft ansprang und das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe die Gänge fast unmerklich wechselte.

Weil man den Akku unterwegs nicht schnellladen kann und zwei angesteuerte Hotels keine Wallbox hatten, wurde er in zwei Wochen und bei einer Fahrstrecke von insgesamt knapp 2.000 Kilometern nur zweimal geladen. Das dauerte rund drei Stunden und sorgte laut Display für etwa 40 Kilometer elektrischer Fahrt. Die erreicht man aber nur, wenn man auf Landstraßen zurückhaltend beschleunigt, dann vorausschauend gleitet und sich mit maximal 90 km/h begnügt. So kam vornehmlich auf sehr komfortabel und mit maximal 130 km/h zurückgelegten Autobahnstrecken ein Durchschnittsverbrauch von 7,5 Litern Super E10 zustande. Da die Tankanzeige früh Alarm schlägt, zwingt der 48-Liter-Tank recht früh zu Tankstopps.

Da Volvo bei seinem kleinsten Taxi-Modell keinen Dieselmotor mehr anbietet, ist der Plug-in-Hybrid für Vielfahrer die einzige Alternative zum reinen Benziner. Die sollten wissen, dass der XC40 bedeutend enger geschnitten ist als der XC60, der geräumiger ist, als er wirkt. Im Fond des XC40 stoßen zwei Erwachsene schon früh an die Vordersitzlehnen, was große Fahrer nur auf der Beifahrerseite mit ihrem tiefen Fußraum durch entsprechende Sitzeinstellung überspielen können. Den Mittelsitz können Erwachsene wegen des hohen Mitteltunnels und der harten Lehne vergessen. Beim Umlegen der asymmetrisch geteilten Rücksitzbank entsteht eine beinahe ebene Ladefläche auch nur dann, wenn der Vordersitz etwas nach vorn geschoben wurde, weil die hinteren Kopfstützen sich nicht versenken lassen. Zu guter Letzt tut man sich mit mehreren großen Koffern schwer.

Einen ausführlichen Testbericht bringt taxi heute in der Ausgabe 3-4/2021. Interessierte Taxi- und Mietwagenunternehmer können ausführliche Testnotizen schon vorab als pdf-Datei im Downloadbereich dieser Meldung herunterladen.

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