Kompakter Spaßmacher für den Taxi-Stand

Die neue C-Klasse von Mercedes-Benz bietet ein hohes Maß an Komfort und ein für den Taxi-Einsatz noch ganz passables Raumangebot.
Dietmar Fund

Nach längerer Pause wird Mercedes-Benz die neue C-Klasse der Generation W 205 wieder mit einem Taxi-Paket ab Werk anbieten. Dafür dürfte in erster Linie der um acht Zentimeter gewachsene Radstand den Ausschlag gegeben haben. Zwei rund 1,85 Meter große Fahrgäste können es sich hintereinander bequem machen, sofern der Vordermann seinen Sitz nicht ganz nach unten und nach hinten gerückt hat. Die Kopffreiheit hinten ist gut, der Zustieg geht auch in Ordnung. Wer allerdings die geteilt klappbare Sitzbank mit integrierter Armlehne hinten bestellt hat, macht den Mittelplatz zum dünn gepolsterten Strafsitz. Das zeigten erste Sitzproben bei der Fahrvorstellung des neuen Modells am 10./11. März in den Hügeln rund um Marseille. Dort überzeugte schon das Serienfahrwerk mit Stahlfederung durch eine ausgewogene Abstimmung, die die neue Luftfederung um den Preis gelegentlichen leichten Aufschaukelns noch ein wenig verfeinert.

Momentan kann man die neue C-Klasse Diesel-seitig nur als C 220 BlueTEC mit dem bekannten 2,2-l-Vierzylinder-Dieselmotor bestellen. Er erfüllt jetzt die Abgasnorm Euro 6 mit Hilfe von AdBlue. Mit 125 kW/170 PS und Siebengang-Wandlerautomatik bietet der Wagen einen komfortablen Antrieb für alle Taxi-Lebenslagen.

Schon zu fahren war auch der C 200 BlueTEC mit dem neuen 1,6-l-Dieselmotor, den Renault beisteuert. Er leistet 100 kW/136 PS, die den meisten Taxiunternehmern locker reichen werden. Mit der exakten Sechsgang-Schaltung offenbarte sich trotz eines Turboladers mit variabler Geometrie eine leichte Antrittsschwäche unterhalb von 1.500/min, die die optional geplante Siebengang-Automatik gut überspielen dürfte.

Ein reibungsloses Zusammenspiel des 2,2-l-Dieselmotors mit einem Elektromotor und der Siebengang-Automatik zeigte der C 300 BlueTEC Hybrid. Er arbeitet mit einem Starter, der vom E-Motor und einer nassen Kupplung unterstützt wird. Je nach Strecke und dem gewählten Fahrprofil schaltet das Hybridmodell den 150 kW/204 PS leistenden Dieselmotor auch während der Fahrt ab, um nur mit dem Elektromotor zu segeln. Beim Bremsen wird dann mehr Bremsenergie zurückgewonnen als bei der Schwungnutzung. Kurze Strecken kann die Hybrid-C-Klasse rein elektrisch fahren. Ein Normverbrauch von nur 3,6 Liter Diesel auf 100 Kilometer ist natürlich ein Wort, aber das mobile Gewerbe wird dieses Modell nur mit einer Taxi-Vorrüstung und nicht mit einem kompletten Taxi-Paket bestellen können. Der vermutlich happige Preis des Hybridmodells steht noch nicht fest.

Ein Taxi-Paket ab Werk in Form eines Sondermodells „Das Taxi“ soll ab dem Sommer für den C 200 BlueTec und den C 220 BlueTEC ausgeliefert werden. Wann es bestellbar sein wird, ist noch offen. Von seiner Einpreisung dürften die Chancen der kompakten und mit einer für 290 Euro (Preise ohne MwSt.) geteilten Rücksitzbank wenig variablen Limousine im mobilen Gewerbe abhängen. Laut der gültigen Preisliste vom Dezember 2013 startet der C 220 BlueTEC mit Schaltgetriebe bei 32.500 Euro (ohne MwSt.), zu denen noch 2.100 Euro für die Automatik kommen. Statt der Luftfederung für 1.190 Euro sollte man sich lieber die Anschaffung das Fahrerassistenz-Paketes Plus überlegen, das für 2.100 Euro umfangreiche Notbrems-Funktionen bietet, die viele Unfälle im Stadtverkehr vermeiden könnten.

Die 1,6-l-Diesel C 180 BlueTEC und C 200 BlueTEC sollen im September ausgeliefert werden. Zu diesem Zeitpunkt wird wohl auch die Kombi-Variante vorgestellt werden, zu der Mercedes-Benz noch keinerlei Aussagen getroffen hat.

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