Wie geht man mit den veränderten Bestellverhalten der Kunden um, wenn Taxis zunehmend über Smartphones geordert werden? Dieses Thema bildete den Schwerpunkt eines Fachsymposiums, zu dem das international agierende „Taxi research network“ nach Amsterdam eingeladen hatte.
Die mit den Taxi-Apps verbundene Veränderung des Anbieter-Marktes erfordere auch ein Umdenken bei den Regulierungsbehörden, lautete die Botschaft von einigen Referenten. Ebenso müssten auch die Taxi-Industrie und das Gewerbe selbst endlich aufwachen, wenn man nicht von externen Anbietern smartphonegestützter Bestell-Lösungen überrollt werden wolle. Davor warnten vor allem die amerikanischen Experten. Speziell der Limousinenservice „Uber“ verfüge über finanzielle Unterstützung in Millionenhöhe (erst kürzlich hatte Google eine weitere Finanzspritze bekanntgegeben).
Man habe die Möglichkeiten der Taxi-Apps in der Tat falsch eingeschätzt, räumten europäische Experten anschließend ein. Mittlerweile könne man allerdings den externen Anbietern durchaus Paroli bieten. Längst habe man die technischen Möglichkeiten geschaffen, mit denen die Nutzer regionaler Apps auch in fremden Städten vollautomatisiert ein Taxi vermittelt bekommen. Nun gelte es, diese Zusammenschlüsse intern auf ein breiteres Fundament zu stellen und nach außen einheitlich zu kommunizieren.
Beispielhaft dafür referierten in Amsterdam Niels Kaae und Hermann Waldner von Ihren App-Lösungen. Kaae hat in Frankreich die Taxibestellung „eCab“ ins Leben gerufen, Waldner ist bekanntermaßen der Initiator von taxi.eu, einer App, über die europaweit alle Taxis vermittelt werden können, deren Zentralen mit dem System von fms arbeiten.
Diese Abhängigkeit von einem Vermittlungssystem könnte künftig der Vergangenheit angehören, berichtete anschließend der BZP-Präsident Michael Müller, als er die letzte Woche öffentlich gemachte Entwicklung einer systemübergreifenden App-Schnittstelle vorstellte.
Für diese Lösung ernteten die deutschen Vertreter des Fachforums viel Lob und große Anerkennung. Oleg Kamberski, Geschäftsführer der IRU in Brüssel, ermunterte alle an diesem Projekt Beteiligten, die Sache zu einem guten Ende zu bringen.
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