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Tonne mit Taxi-Dachzeichen war schnell voll

Mit dem symbolischen Ablegen ihrer Dachzeichen vor dem Rathaus setzten die Nürnberger Taxler am bundesweiten Aktionstag Akzente.

Das plakative Motiv der Taxi-Dachzeichen in einer Tonne wurde von den Medien gerne aufgegriffen. (Foto: Christian Liss)
Das plakative Motiv der Taxi-Dachzeichen in einer Tonne wurde von den Medien gerne aufgegriffen. (Foto: Christian Liss)
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Redaktion (allg.)

Der bundesweite Scheuerwehr-Aktionstag wurde in Nürnberg auf eine ganz besondere Art gefeiert. Von 14 bis 15 Uhr stand in der Frankenmetropole vor dem städtischen Rathaus eine Mahnwache, die es in sich hatte. Dass zufälligerweise am Aktionstag um 15 Uhr auch Stadtratssitzung war, hätte man nicht besser planen können. Die Protestaktion stand unter dem Motto „Scheuer macht das Taxi kaputt – Taxifahrer geben Ihr Taxischild ab“. Gemeint war damit „den Löffel abgeben“. Nichts Anderes droht  dem Gewerbe durch die Scheuerschen Angriffe auf das Personenbeförderungsgesetz (PBefG). Insofern war die Dachzeichenaktion eine gelungene Idee, die auf viel Zustimmung und Solidarität stieß.

Die Vorstandschaft der Taxi-Zentrale Nürnberg hatte die Mahnwache als lediglich minimalinvasive Protestaktion geplant, was der Tatsache geschuldet war, dass in der Frankenmetropole bereits im September 2018 eine viel beachtete Taxi-Großdemonstration mit Autokorso stattfand. Die damalige Aktion wurde im Vorfeld der bayerischen Landtagswahl mit einer Abschlusskundgebung und viel Politprominenz begleitet. Um einen Gewöhnungseffekt zu vermeiden und um trotzdem maximal Taxi-Power auf die Straße zu bringen, wurde im Rahmen der Scheuerwehr nun die beschriebene Mahnwache organisiert.

Genau gegenüber dem Eingang des Rathauses stand der Info-Tisch mit Plakaten und Transparenten und mit etlichen Kollegen, die alle mit gelben Warnwesten und der Aufschrift „Taxi-Zentrale Nürnberg“ gut zu erkennen waren und den Pressevertretern und den interessierten Fußgängern Rede und Antwort standen. Die zur Dachzeichen-Entsorgung bereitgestellte Mülltonne quoll bereits nach kurzer Zeit über, alle weiterhin angelieferten Taxischilder wurden um die Mülltonne herum abgelegt. Innerhalb kurzer Zeit entstand so ein enormer Berg von Dachzeichen. Das fotogene Motiv wurde von der zahlreich erschienenen Presse, den Kollegen und diversen Passanten ständig umlagert.

Zwischen 14 und 15 Uhr waren 215 Taxen vor Ort, nicht eingerechnet die Fahrzeuge, die mit Fahrgast vorbeifuhren und insoweit nicht am Protest teilnehmen konnten. Die Autoschlange in Hellelfenbein war zeitweise einige hundert Meter lang. Alle Taxen wurden durch die Kollegen im „Beklebungsdienst“ mit den bekannten Scheuerwehr-Protestplakaten und –aufklebern versehen.

Erfreuliche Solidarität gab es von solidarischen Taxi-Unternehmern aus dem Umfeld von Nürnberg, die aus Lauf, Fürth, Erlangen/Höchststadt „vom Land reinkamen“ und die Mahnwache mit Mann und Taxi verstärkten. Natürlich erzeugte die Aktion in der historischen Altstadt von Nürnberg viel Aufsehen. Neben den Vertretern des Ordnungsamtes der Stadt Nürnberg gab es ein munteres Stelldichein der Kommunalpolitik einschließlich des scheidenden SPD-Oberbürgermeisters der Stadt Nürnberg, Dr. Ulrich Maly. Aus der gleichen Partei kamen Thorsten Brehm, Parteivorsitzender der SPD-Nürnberg und Dr. Ulrich Blaschke, der wirtschaftspolitische Sprecher der Stadtratsfraktion. Er hatte sich bereits am 12. März 2019 mit einer erfreulich klaren Taxi-loyalen Pressemitteilung positioniert.

Leider war aus der Partei des Scheuer-Eckpunktepapieres niemand am Info-Stand anzutreffen. Auch auf die persönlich ausgesprochene Einladung im CSU-Stadtratsbüro hin war kurz vor der Stadtratssitzung kein Unions-Politiker für eine Stellungnahme zu erreichen.

Begleitet wurde die Mahnwache vor Ort durch eine 30-minütige Vermittlungssperre der Taxi-Zentrale. In dieser Zeit wurde lediglich ein Notbetrieb aufrechterhalten (Kranken- und Dialysefahrten, Schulkinder usw.). Die On-Demand-Vermittlung war erst wieder ab 14.30 Uhr möglich. Der halbstündige Vermittlungsstopp wurde vor der Taxi-Zentrale Nürnberg ganz bewusst nur kurzzeitig angesetzt: Es ist noch nicht aller Tage Abend und wir haben noch viel Luft nach oben. Christian Linz

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