ÖPNV-Taxi startet durch: So ergänzt das Taxi Bus und Bahn in Görlitz
Seit Mai vergangenen Jahres können Fahrgäste dort das ÖPNV-Taxi nutzen. Für fünf Euro, ermäßigt für drei, fährt ein Taxi sie zur nächsten Haltestelle oder zum Bahnhof. Das Angebot heißt „PriMa+ÖV“ und geht auf den Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (ZVON) zurück. Nun soll es auch im Süden des Landkreises eingeführt werden.
Buchung über Smartphone – oder per Telefon
Das Prinzip ist einfach. Wer mitmachen will, meldet sich einmal an und bucht die Fahrt per Smartphone. Für Menschen ohne Internetzugang gibt es inzwischen auch eine telefonische Buchung über das Kundentelefon des ZVON. Die Ruf-Taxis fahren zwischen 5 und 22 Uhr und springen dort ein, wo Bus und Bahn nur selten oder gar nicht fahren.
Im Durchschnitt werden derzeit rund 60 Fahrten im Monat gebucht. Gestartet war das Projekt mit etwa 20 Fahrten. Ilka Hunger vom ZVON erklärte in einem Gespräch mit dem MDR, man hätte sich noch mehr erhofft. Gerade in der weitläufigen Gemeinde Boxberg mit ihren vielen Ortsteilen sei das Potenzial groß. Doch in Gesprächen mit Bürgern zeigt sich immer wieder: Viele kennen das Angebot noch nicht.
Für Pendler, Schüler und Touristen
Genutzt wird das ÖPNV-Taxi von sehr unterschiedlichen Gruppen. Pendler fahren damit früh zur Bahn, Schüler am Nachmittag, Touristen am Wochenende. Auch Arztbesuche spielen eine Rolle. Die Zeiten sind dabei breit gestreut – von sehr früh am Morgen bis spät am Abend.
Für die Taxiunternehmen ist das Modell wirtschaftlich tragbar. Der Verkehrsverbund gleicht die Differenz zwischen dem vergünstigten Fahrpreis und dem regulären Taxitarif aus. Das Taxameter läuft mit, der Verbund zahlt die Zuzahlung. In anderen Regionen hat sich dieses Modell bereits bewährt. In Freudenstadt etwa, so Ilka Hunger, habe das ÖPNV-Taxi dazu geführt, dass wieder mehr Taxi-Lizenzen beantragt wurden.
Landkreis Löbau sucht noch einen Anbieter
Im Landkreis Görlitz scheint sich Ähnliches abzuzeichnen. Für die Städte Görlitz, Niesky und Zittau stehen inzwischen Partner bereit, dort soll das ÖPNV-Taxi im Februar starten. Nur im Raum Löbau fehlt noch ein Anbieter.
Anders sieht es im benachbarten Landkreis Bautzen aus. Dort wird das Projekt nicht eingeführt. Das Landratsamt verweist auf die begrenzte Laufzeit bis Oktober. Zudem gibt es dort keine klaren Pflichtfahrgebiete für Taxiunternehmen. Für sie wäre es schwer, flächendeckend genug Fahrzeuge bereitzuhalten, um alle gebuchten Fahrten abzudecken.
Gelungenes Zusammenspiel von Taxi, Bus und Bahn
Im Landkreis Görlitz setzt man dagegen weiter auf das Zusammenspiel von Taxi und ÖPNV. Das Ziel ist nicht, Busse oder Bahnen zu ersetzen, sondern Lücken zu schließen. Wo der Fahrplan endet, soll künftig ein Taxi übernehmen – und den Weg zur nächsten Haltestelle sichern.
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