Nissan Ariya: Optisch und technisch nachgeschärft

Nissan hat seinen Ariya nachgeschliffen wie ein edles japanisches Messer: Zum neuen Modelljahr bekommt er ein sichtbar geglättetes Gesicht, mehr Ausstattung und einige technische Nachschärfungen für den Elektroalltag.

Schon an der Front erkennt man den gelifteten Nissan Ariya. | Foto: Nissan
Schon an der Front erkennt man den gelifteten Nissan Ariya. | Foto: Nissan
(erschienen bei VISION mobility von Gregor Soller)

Optisch setzt Nissan auf eine neu gestaltete Frontpartie mit Frontblende in Wagenfarbe, überarbeitetem V-Motion-Design und neuem Lampenlayout. Serienmäßig steht der Ariya nun auf neu gestalteten 20-Zoll-Rädern. Bei den Lackierungen kommt „Plasma Green“ als neue Zweifarblackierung hinzu; weiterhin erhältlich sind Pearl Black, Aurora Green, Pearl White, Dark Grey Metallic und Ceramic Grey. Innen gibt es eine LED-Ambientebeleuchtung mit 64 Farben, eine neu konzipierte Mittelkonsole mit 3,8 Litern Stauraum sowie eine induktive Smartphone-Ladestation mit 15 Watt Leistung und Kühlung. USB-C-Anschlüsse wurden besser erreichbar platziert.

Die Connect-Systeme sollen verständiger werden

Technisch zieht der Ariya mit der aktuellen Generation von NissanConnect samt integrierten Google-Diensten nach. Google Maps kann per „Hey Google“ gestartet werden und berücksichtigt bei der Routenplanung Ladestopps auf Basis des aktuellen Batteriestands. Außerdem wird die Hochvoltbatterie vor dem Schnellladen automatisch vorkonditioniert, damit sie im passenden Temperaturfenster lädt. Ein Head-up-Display gehört zur Serienausstattung. Über die NissanConnect Services App lassen sich unter anderem Batteriestand, Ladevorgänge, Klimaeinstellungen und Reifendruck verwalten.

Die DC-Ladeleitung bleibt eher mau

Beim Laden bleibt es sachlich: Der Ariya hat ein 11-kW-Bordladegerät für AC-Laden an Wallboxen oder öffentlichen Ladesäulen. An DC-Schnellladestationen sind bis zu 130 kW möglich. Neu serienmäßig ist ein Vehicle-to-Load-Adapter. Über V2L können externe Geräte mit bis zu 3,7 kW versorgt werden — vom E-Bike bis zum Elektrogrill, falls der Campingplatz plötzlich zur stillen Stromprüfung wird.

Mehr Präzision beim Fahren und Verzögern

Auch beim Fahren wurde nachgelegt. Das Fahrwerk wurde überarbeitet, um Stabilität, Vibrationsverhalten und Laufruhe zu verbessern. ProPILOT erhält ein angepasstes Brems- und Beschleunigungsprofil, einen weiterentwickelten Spurhalteassistenten und verhindert Überholvorgänge auf Strecken mit Überholverbot.

Der neue Acht-Punkt-Around-View-Monitor arbeitet mit acht Kameras und erzeugt ein 3D-Fahrzeugbild. Dazu kommen ein T-Kreuzungsassistent, bis zu 40 speicherbare Punkte für das automatische Aktivieren der Frontkamera sowie eine Ansicht mit „durchsichtiger“ Motorhaube, die beim Rangieren an Bordsteinkanten hilft.

Bestellbar ist das überarbeitete Modell ab sofort, auf deutsche Straßen kommt er im September. Die größte Krux: Schon sein Einstiegspreis startet bei 58.840 Euro inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer. Dafür gibt es den Ariya mit 87-kWh-Batterie, Frontantrieb und 178 kW beziehungsweise 242 PS. Der angegebene Energieverbrauch liegt bei 18,2 bis 18,7 kWh pro 100 Kilometer. Neben der Version mit Frontantrieb und 178 kW ist künftig auch wieder die e-4ORCE-Allradvariante mit 225 kW erhältlich. Ihr Preis liegt bei 63.840 Euro brutto.

Nissan hat den Ariya nachgeschärft, aber leider kein superscharfes japanisches Damastmesser daraus gemacht, sondern das bestehende Santoku-Allzweckmesser namens Ariya einfach dezent nachgeschärft. Der Preis bleibt wie bei allen japanischen Schneidewerkzeugen ambitioniert.  

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