Neuer VW Caddy startet in die Produktion: Mehr Digitaltechnik und Potenzial fürs Taxigewerbe

Volkswagen Nutzfahrzeuge hat die Serienfertigung des überarbeiteten Caddy im polnischen Poznań gestartet. Das Modell erhält ein modernisiertes Design, deutlich mehr Serienausstattung und neue digitale Funktionen. Für Taxiunternehmen bleibt der Hochdachkombi vor allem wegen seiner Flexibilität, der barrierefreien Umbauoptionen und des Plug-in-Hybridantriebs interessant.

Außen ist das Facelift kaum zu sehen, innen kam beim neuen Caddy einiges an Digitalisierung dazu.| Foto: VW
Außen ist das Facelift kaum zu sehen, innen kam beim neuen Caddy einiges an Digitalisierung dazu.| Foto: VW

Der Volkswagen Caddy gehört zu jenen Fahrzeugen, die man nur schwer in eine Schublade stecken kann. Für Handwerker ist er Transporter, für Familien Van, für Camper Reisemobil und für viele Taxiunternehmer seit Jahren eine praktische Alternative zur klassischen Großraumlimousine. Nun schickt Volkswagen Nutzfahrzeuge die überarbeitete Version seines Dauerläufers in die Serienfertigung. Die ersten Fahrzeuge rollen bereits im Werk Poznań vom Band. Dort wird der Caddy seit 2003 gebaut. Fast 2,9 Millionen Exemplare sind in dieser Zeit entstanden. Allein im Geschäftsjahr 2025 wurden weltweit mehr als 110.000 Fahrzeuge ausgeliefert.

Mehr Digitalisierung im Innenraum

Die sichtbarsten Neuerungen finden sich im Cockpit. Künftig gehört ein freistehendes Zentraldisplay mit 12,9 Zoll Bildschirmdiagonale zur Ausstattung. Volkswagen verspricht eine vereinfachte Bedienung und einen schnelleren Zugriff auf häufig genutzte Funktionen.

Auch ein Kritikpunkt vieler aktueller Fahrzeugmodelle wurde aufgegriffen: Die Touchslider für die Klimabedienung sind nun beleuchtet und dadurch besser nutzbar. Serienmäßig an Bord sind außerdem das „Digital Cockpit Pro“ sowie eine induktive Ladeschale für Smartphones mit bis zu 25 Watt Ladeleistung. Für Taxiunternehmen sind solche Details keineswegs Nebensache. Fahrer verbringen oft viele Stunden täglich im Fahrzeug. Eine intuitive Bedienung und gut erreichbare Funktionen können den Arbeitsalltag spürbar erleichtern.

Neue Optik, bewährtes Konzept

Äußerlich fällt der Modelljahrgang durch neue Frontschürzen, zusätzliche Lackierungen und neue Leichtmetallfelgen auf. Am Grundkonzept des Fahrzeugs ändert sich dagegen wenig. Der Caddy bleibt ein vielseitiger Hochdachkombi, der als Pkw-Version, Cargo-Modell, California-Camper oder in zahlreichen Sonderumbauten erhältlich ist. Gerade diese Vielseitigkeit macht ihn für das Taxi- und Mietwagengewerbe interessant. Mit bis zu sieben Sitzplätzen, großen Schiebetüren und einem variablen Innenraum eignet sich das Fahrzeug sowohl für den klassischen Personentransport als auch für Beförderungen mit erhöhtem Platzbedarf.

Auch als Inklusionstaxi interessant

Eine besondere Rolle spielt der Caddy seit Jahren bei barrierefreien Mobilitätslösungen. Durch seine Karosserieform lässt sich das Fahrzeug vergleichsweise einfach für die Rollstuhlbeförderung umbauen. Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Diskussionen um Inklusionstaxis könnte dies künftig noch wichtiger werden. Zahlreiche Umbauunternehmen bieten bereits heute Lösungen an, mit denen Rollstuhlfahrer sicher transportiert werden können. Für Kommunen und Verkehrsunternehmen bleibt der Caddy deshalb ein häufig genutztes Basisfahrzeug.

Plug-in-Hybrid mit hoher elektrischer Reichweite

Interessant für Taxiunternehmer dürfte auch die Antriebspalette sein. Neben Benzin- und Dieselmotoren bietet Volkswagen den Caddy weiterhin als eHybrid an.

Der Plug-in-Hybrid kombiniert einen 1,5-Liter-Turbobenziner mit einem Elektromotor und erreicht eine Systemleistung von 110 kW. Nach Herstellerangaben sind bis zu 122 Kilometer elektrische Reichweite nach WLTP möglich. Im Stadtverkehr sollen sogar bis zu 144 Kilometer rein elektrisch erreichbar sein. Für viele Taxibetriebe, die überwiegend innerstädtisch unterwegs sind, könnte dies bedeuten, einen Großteil der täglichen Fahrten lokal emissionsfrei abzuwickeln, ohne auf die Reichweitenreserven eines Verbrennungsmotors verzichten zu müssen.

Sondermodell zum Produktionsstart

Begleitend zum Produktionsstart bringt Volkswagen das limitierte Sondermodell „Generation“ auf den Markt. Es basiert auf der Ausstattungslinie Life und umfasst zusätzliche Assistenzsysteme, Winterpakete, eine Rückfahrkamera sowie 17-Zoll-Leichtmetallräder. Der Einstiegspreis für den Caddy Pkw liegt bei 28.740 Euro netto (34.200,60 Euro brutto) für den normalem Radstand, der Maxi ab 31.565 Euro netto (37.562,35 Euro brutto).

Interessant für Flottenbetreiber

Neben dem Fahrzeug selbst richtet Volkswagen den Blick zunehmend auf digitale Dienstleistungen. Über die Plattform „ONE Business ID“ erhalten Gewerbekunden Zugang zu Flottenmanagement-Lösungen wie „Connect Pro“ oder „Fleet Interface“. Damit lassen sich Fahrzeugdaten, Wartungsinformationen und Servicebedarfe zentral verwalten. Gerade größere Taxi- und Mietwagenunternehmen, die mehrere Fahrzeuge koordinieren müssen, dürften solche Systeme zunehmend in ihre Betriebsabläufe integrieren.

Mit dem Facelift verändert Volkswagen den Charakter des Caddy nicht grundlegend. Das Fahrzeug bleibt das, was es seit vielen Jahren ist: ein vielseitiger Hochdachkombi mit großem Nutzwert. Die zusätzliche Digitaltechnik, die erweiterten Komfortfunktionen und die weiterhin breite Modellpalette sorgen jedoch dafür, dass der Caddy auch künftig eine interessante Option für Taxiunternehmer, Inklusionsfahrdienste und Flottenbetreiber bleibt.

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