Ministerwechsel: VSPV richtet Blick auf Zukunft des PBefG

Nach dem angekündigten Ausscheiden von Patrick Schnieder soll Steffen Bilger das Verkehrsressort übernehmen. Der Mobilitätsverband verweist auf dessen Erfahrung in der Verkehrspolitik und stellt die weitere Regulierung der Taxi- und Mietwagenbranche in den Fokus.

Patrick Meinhardt (links), Generalbevollmächtigter des VSPV, kennt Steffen Bilger seit mehr als 20 Jahren. Der Verband setzt beim vorgesehenen Verkehrsminister auf eine enge Zusammenarbeit. | Foto: VSPV
Patrick Meinhardt (links), Generalbevollmächtigter des VSPV, kennt Steffen Bilger seit mehr als 20 Jahren. Der Verband setzt beim vorgesehenen Verkehrsminister auf eine enge Zusammenarbeit. | Foto: VSPV

Der Mobilitätsverband VSPV hat den Umgang von Bundeskanzler Friedrich Merz mit dem scheidenden Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder scharf kritisiert. Zugleich begrüßt der Verband Steffen Bilger als vorgesehenen Nachfolger an der Spitze des Bundesverkehrsministeriums. Für das Taxi- und Mietwagengewerbe dürfte nach dem Personalwechsel insbesondere die weitere Entwicklung des Personenbeförderungsgesetzes eine Rolle spielen.

VSPV würdigt Zusammenarbeit mit Schnieder

Nach Angaben des Verbandes habe sich Schnieder während seiner Amtszeit als verlässlicher Ansprechpartner erwiesen. Der VSPV verweist dabei unter anderem auf das Jubiläum der Berliner Taxi-Innung, eine Kondolenzbotschaft für Michael Müller sowie die Übergabe eines umfangreichen Verbesserungskatalogs zum Personenbeförderungsgesetz.

Auch bei der Diskussion über die sogenannte Kleine Fachkunde habe sich der bisherige Bundesverkehrsminister für die Anliegen des Verbandes eingesetzt. Der VSPV führt Schnieders Mitwirkung bei der Verhinderung einer aus Verbandssicht zu bürokratischen bundesweiten Lösung an.

Die inhaltliche Zusammenarbeit wäre nach Einschätzung des VSPV allerdings nicht frei von Konflikten geblieben. Insbesondere bei einer Evaluation des Personenbeförderungsgesetzes hätte der Verband nach eigenen Angaben nicht in allen Schlussfolgerungen mit Schnieder übereingestimmt.

Kritik an Umständen des Ministerwechsels

Deutlich kritischer bewertet der VSPV die Umstände des Ausscheidens von Schnieder. Der Generalbevollmächtigte und Leiter des Hauptstadtbüros, Patrick Meinhardt, wirft Bundeskanzler Merz einen unangemessenen Umgang mit dem Minister vor. Schnieders Entscheidung, selbst um seine Entlassung zu bitten, wertet der Verband dagegen als konsequent.

Auch VSPV-Geschäftsführer Sascha Waltemate bedauert nach Angaben des Verbandes neben dem Ende von Schnieders Amtszeit insbesondere die Begleitumstände des Personalwechsels.

Schnieder hatte angekündigt, um seine Entlassung zu bitten. Als Grund nannte er die Entwicklungen der vergangenen Tage und die dadurch entstandene Situation, die aus seiner Sicht eine sachliche Arbeit unmöglich gemacht habe. Bundeskanzler Merz will Steffen Bilger als Nachfolger vorschlagen.

Bilger bringt Erfahrung aus der Verkehrspolitik mit

Der VSPV blickt nach eigenen Angaben positiv auf eine Zusammenarbeit mit Bilger. Der CDU-Politiker verfügt über langjährige Erfahrung in der Verkehrspolitik. Er gehörte von 2009 bis 2018 dem Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages an und war anschließend Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium.

Meinhardt und Bilger kennen sich nach Angaben des VSPV seit mehr als 20 Jahren. Beide gehörten während der damaligen Regierungskoalition von CDU, CSU und FDP dem Deutschen Bundestag an und vertraten Baden-Württemberg. Meinhardt habe Bilger bereits persönlich zu seiner neuen Aufgabe gratuliert.

Personenbeförderungsgesetz bleibt Branchenthema

Für das Taxi- und Mietwagengewerbe richtet sich der Blick mit dem Ministerwechsel insbesondere auf die weitere Entwicklung des Personenbeförderungsgesetzes. Der VSPV will Bilger zunächst Zeit für die Einarbeitung in das Ministeramt geben. Anschließend dürfte die Zukunft des Gesetzes nach Einschätzung des Verbandes auf die Agenda der Gespräche mit dem Verkehrsministerium rücken. (Quelle: VSPV)

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