Werbung
Werbung
Werbung

Glückstädter Kreis tauscht sich über Mindestlohn im Taxigewerbe aus

Die Bilanz der norddeutschen Branchenvertreter nach einem Jahr Mindestlohn fällt besser als befürchtet aus.
Beim „Glückstädter Kreis“ berichteten Damnjan Garic (3.v.l.) und seine Frau Sigrid von positiven Erfahrungen mit dem Mindestlohn in Bielefeld. (Foto: Dietmar Fund)
Beim „Glückstädter Kreis“ berichteten Damnjan Garic (3.v.l.) und seine Frau Sigrid von positiven Erfahrungen mit dem Mindestlohn in Bielefeld. (Foto: Dietmar Fund)
Werbung
Werbung
Dietmar Fund

Seit der Einführung des Mindestlohns sind in Bielefeld von Sonntag bis Mittwoch weniger Taxis unterwegs und die Stadt hat nach einem jahrelangen Mittelwert von 200 Taxis 16 Konzessionen abgebaut. Dadurch habe sich die Branche äußerst positiv entwickelt, berichtete das Unternehmer-Ehepaar Sigrid und Damnjan Garic auf der Tagung des „Glückstädter Kreises“ am 22. Januar 2016. Sie beantworteten damit die Frage von Michael Müller, der als Vorsitzender der Fachvereinigung Taxi und Mietwagen des Gesamtverbandes Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) an der Tagung teilnahm.

In Bremen hätten eine 15prozentige Erhöhung des Taxitarifs und eine gute Erhöhung bei den Kassenverträgen geholfen, den Mindestlohn aufzufangen. Die meisten Mehrwagenunternehmer seien so vernünftig, von Montag bis Mittwoch weniger Autos rauszuschicken, berichtete Ingo Heuermann, 2. Vorsitzender des Taxi-Rufs Bremen. Nach seinem Eindruck steht das Bremer Gewerbe besser da als in den letzten 15 bis 20 Jahren.

Auch größere Taxizentralen in Kiel besetzten schwache Schichten nicht mehr, ergänzte Thomas Krotz, Geschäftsführer des Landesverbandes für das Taxi- und Mietwagengewerbe Schleswig-Holstein e.V. Auch die niedrigen Kraftstoffpreise dämpften die Auswirkungen des Mindestlohns.

In Hannover habe eine 20prozentige Erhöhung des Taxitarifs zu einem Auftragsrückgang um 5 Prozent geführt, berichtete Wolfgang Pettau, Vorstand des Taxizentrale Hallo Taxi 3811. Die Berliner Verbandsvertreter haben eine extrem gute touristische Saison hinter sich und profitierten von niedrigen Kraftstoffpreisen. Positiv habe sich auch ausgewirkt, dass die Genehmigungsbehörde neuerdings bei Betriebsverlängerungen und –erweiterungen mehr durchgreife.

Als „zwiespältig“ bezeichnete dagegen Gastgeber Thomas Lohse, Vorstand der Taxen-Union Hamburg Hansa e.V., seine Mindestlohn-Bilanz. Nachdem das Hamburger Gewerbe statt der beantragten Erhöhung um 14 nur 8 Prozent bekommen habe, seien die Umsätze pro doppelt besetztem Taxi um 300 bis 400 Euro im Monat zurückgegangen. Die schon stark gefallenen Konzessionszahlen könnten seiner Einschätzung nach 2016 weiter auf unter 3.000 Taxis fallen. Es stelle sich die Frage, ob der Markt mit ihnen noch bedienbar sei.

Einen ausführlichen Bericht über die Tagung des Glückstädter Kreises bringt taxi heute in Kürze. Der Gedankenaustausch norddeutscher Taxiverbände und Zentralen fand zum dritten Mal im GreenLine Hotel Holst am südlichen Stadtrand Hamburgs statt.

Printer Friendly, PDF & Email
Logobanner Liste (Views)
Werbung