Mehrzwecktaxis: Auch Toyota will jetzt einen Goldesel haben

Die Kölner Japaner erweitern ihre Nutzfahrzeug-Familie um den 3,5-Tonner Proace Max, der unschwer als Abkömmling des Fiat Ducato erkennbar ist. Er könnte die Basis von Fahrzeugen für die Beförderung mobilitätseingeschränkter Personen werden.

Der neue große Toyota-Transporter Proace Max ist dem Gen-Spender Fiat Ducato wie aus dem Gesicht geschnitten und kommt auch als vollelektrische Variante. (Foto: Toyota)
Der neue große Toyota-Transporter Proace Max ist dem Gen-Spender Fiat Ducato wie aus dem Gesicht geschnitten und kommt auch als vollelektrische Variante. (Foto: Toyota)
Dietmar Fund

Für Taxi- und Mietwagenbetriebe ist eigentlich ein guter Händler das Allerwichtigste, der erkannt hat, dass sie ihre rollenden Arbeitswerkzeuge schnell wieder brauchen. Umso besser ist es daher, dass durch die Zusammenarbeit mehrerer Hersteller im Transporter-Bereich ein und dasselbe Fahrzeug gleich bei einer Handvoll Marken geführt wird. So ist es auch bei den Hochdach-Kombis und den Transportern des Stellantis-Konzerns, bei denen auch Toyota als Kooperationspartner angedockt hat.

Deren Kölner Deutschland-Zentrale hat am 15. November 2023 angekündigt, die Zusammenarbeit auf 3,5-Tonner auszudehnen. Hier bedient sich die Marke erkennbar beim Fiat Ducato, den es sowohl mit Dieselantrieb und Schaltgetrieben als auch mit batterieelektrischem oder Brennstoffzellen-Antrieb gibt.

Toyota nennt die Baureihe Proace Max und spricht von drei Radständen, drei Dachhöhen und verschiedenen Tonnage-Klassen. Dass der Kastenwagen auch mit zwei Sitzreihen verfügbar sein wird, ist für das mobile Gewerbe zwar uninteressant. Laut dem Umrüster AMF-Bruns ist das neue Modell aber ebenso wie Ducato & Co. als verglaster Kastenwagen erhältlich und damit eine Basis für die Umrüstung zum Kraftfahrzeug für die Beförderung mobilitätseingeschränkter Personen (KMP).

Mit dem eben vollzogenen Modellwechsel zieht auch bei der vollelektrischen Variante ein neuer Antrieb ein, zu dem Toyota nur schreibt, dass seine vorläufige Reichweite kombiniert gemessen nach dem aktuellen Standard WLTP bis zu 420 Kilometer betragen soll. Diesen Wert muss die Homologation erst noch bestätigen. Er könnte aber durchaus zu den üblichen Rollstuhl-Touren zu Behinderten-Werkstätten passen.

Beim Ducato gab es bisher auch bestuhlte Versionen mit bis zu neun Sitzen als Kombi oder als Minibus. Ob es die und Minibusse mit mehr Sitzen auch mit dem Toyota-Markenzeichen geben wird, bleibt abzuwarten. Bestellbar ist der Toyota Proace Max noch nicht. Anfang Dezember sollen bei einem europäischen Forum weitere Details und die Verfügbarkeit der Fahrzeuge in den einzelnen Ländern festgelegt werden. Der Marktstart in Deutschland könnte im zweiten Quartal 2024 sein.

Toyota möchte größere Händler zu Nutzfahrzeug-Stützpunkten ausbauen, die unter dem Namen Toyota Professional auftreten. Sie sollen unter anderem bestimmte bauliche Voraussetzungen erfüllen und zum Beispiel eine Werkstatt mit einer Hebebühne haben, die auch für Transporter mit Hochdach hoch genug ist.

Logobanner Liste (Views)