Peugeot 308 Facelift: Die Krallen konkret nachgeschärft

Peugeot hat seinem Kompakten die Krallen geschärft: Dabei konzentrierte man sich auf ein überarbeitetes Design, ein breites Angebot an Antrieben – einschließlich eines effizienteren E-308 – sowie neue Services, die das Fahrerlebnis insgesamt erweitern sollen.

Die drei Krallen wanderten vom Stoßfänger dezent in den Hauptscheinwerfer. | Foto: Peugeot
Die drei Krallen wanderten vom Stoßfänger dezent in den Hauptscheinwerfer. | Foto: Peugeot
(erschienen bei VISION mobility von Gregor Soller)

Auch Peugeot pflegt beim 308 die Antriebsvielfalt: Beide Modelle 308 und der Kombi 308 SW stehen in vier Motorisierungen zur Verfügung: Elektro, Plug-In Hybrid, 48V-Hybrid und – tatsächlich noch Diesel! Dazu kommen insgesamt fünf Ausstattungsvarianten, wobei die Dieselversion zum Zeitpunkt der Pressemeldung nur in der Ausstattung Style verfügbar ist und im Frühjahr 2026 auch für höhere Varianten folgen soll. Nach wie vor wird der 308 im Peugeot-Stammwerk Werk Mulhouse produziert.

Die Front wurde aerodynamisch geglättet

Die Krallen wurden geschärft, wichen optisch aber einer neuen, horizontaler ausgerichteten Grafik. Das erneuerte Logo, das ab der Ausstattung GT beleuchtet ist, bildet den Mittelpunkt der Frontpartie. Die Integration des Abstandssensors in das Logo ermöglicht eine glatte Fläche ohne sichtbare Sensorik. Neue Leuchtlinien oberhalb des Logos betonen den Kühlergrill und schaffen einen optischen Übergang zu den modifizierten Scheinwerfern. Die trapezförmige Gestaltung im unteren Bereich und die Lufteinlässe an den Seiten tragen zur aerodynamischen Verbesserung bei. Dies unterstützt einen reduzierten Verbrauch respektive beim E- und Plug-In Hybrid eine gesteigerte Reichweite

Auch innen überarbeitete man den 308 dezent und er bleibt in seinem Umfeld vergleichsweise indivduell und futuristisch. Hochwertige Materialien wie Aluminium und Alcantara stehen optional zur Verfügung. Der digitale Kombiinstrumenteinsatz ist ab GT optional in 3D-Ausführung bzw. bei GT Exclusive Serie. Unter dem zentralen Bildschirm befinden sich fünf individuell programmierbare i-Toggles, mit denen häufig genutzte Funktionen direkt abrufbar sind. Ab GT ist zudem eine Ambientebeleuchtung mit acht wählbaren Farben enthalten, deren Lichtbänder sich entlang von Armaturenbrett und Türen ziehen. Das Kofferraumvolumen blieb: Je nach Motorisierung bietet der Kombi zwischen 467 und 1.487 Litern Ladevolumen, während der 308 zwischen 314 und 1.323 Litern erreicht. Eine elektrisch betätigte Heckklappe erleichtert den Zugang.Bei der Weiterentwicklung des Fahrverhaltens setzt Peugeot noch mehr auf Agilität: Die optimierte Federungsdämpfung soll ein kontrolliertes und komfortables Fahrgefühl vermitteln.

Akku und Leistung wuchsen dezent an

Am wichtigsten war die motorische Optimierung des Der E-308: Der Elektromotor verfügt über 115 kW und 270 Nm Drehmoment. Die 58,3-kWh-Batterie arbeitet mit 378 Volt und ermöglicht eine WLTP-Reichweite von bis zu 450 Kilometern – ein Zugewinn von bis zu 34 Kilometern gegenüber der Vorgängerversion. Real werden aber eher 300 plus/minus x sein, je nach Witterung und wie man fährt. Die Rekuperation lässt sich in drei Stufen steuern, wodurch sich der Grad der Verzögerung und der Energierückgewinnung individuell anpassen lässt. Beim Laden lässt sich Peugeot allerdings weiterhin lumpen: An einer 100-kW-Schnellladestation ist ein Ladevorgang von 20 auf 80 Prozent in etwa 32 Minuten möglich, der Hub von 10 auf 80% dauert eher 40 Minuten und wie wir aus mehreren ähnlich konfigurierten Stellantis-Modellen wissen: Das Laden braucht Zeit, da sind andere merklich schneller!

Im Plug-In Hybrid 195 arbeiten ein 92-kW-Elektromotor und ein 110-kW-Benzinmotor zusammen, was zu einer Systemleistung von 143 kW führt. Eine 17,2-kWh-Batterie erhöht die elektrische Reichweite auf bis zu 82 Kilometer kombiniert. Die Ladezeit an einer öffentlichen Station (wo 22 kW möglich sind) beträgt rund zwei Stunden, mit Standard-Ladekabel und 11 kW etwa vier Stunden und zwanzig Minuten.

Für Kundinnen und Kunden, die einen niedrigschwelligen Einstieg in elektrifizierte Antriebe suchen, bietet der 48V-Hybrid eine Kombination aus Benzinmotor und elektrischem Zusatzantrieb. Die Batterie lädt sich während der Fahrt selbst auf und unterstützt den Verbrenner durch zusätzliches Drehmoment. Dadurch werden Beschleunigung und Verbrauch im Stadtverkehr optimiert; bis zur Hälfte der Stadtfahrten sind lokal emissionsfrei möglich. Man muss sich allerdings mit dem bissig-knatternden 1,2-Liter-Triple zufriedengeben, wo der Plug-in einen 1,6-Liter Vierzylinder bemüht.

Wirklich selten in dieser Klasse: Der Diesel bleibt im Programm und richtet sich an Fahrerinnen und Fahrer, die häufig längere Strecken zurücklegen. Der 1,5-Liter-BlueHDi-Motor leistet 96 kW und arbeitet mit einem EAT8-Automatikgetriebe zusammen. Weshalb er leider auch nicht ganz billig ist.

Auch beim Infotainment wurde nachgelegt

Über die MyPeugeot App lassen sich Klimatisierung und Heizfunktion vor Fahrtbeginn programmieren. Optional verfügbar sind ein Panorama-Schiebedach und ein Focal-Hi-Fi-System mit zehn Lautsprechern. Die Konnektivität umfasst kabelloses Mirroring für Apple CarPlay und Android Auto sowie bis zu vier USB-C-Anschlüsse. Das Infotainmentsystem Peugeot i-Connect ist ab Style Serie, während GT und GT Exclusive zusätzlich Peugeot i-Connect Advanced mit TomTom-Navigation erhalten. Über Peugeot Connect One stehen Dienste wie e-Coaching oder e-Remote Control zur Verfügung. ChatGPT ist im Sprachassistenten integriert, sofern das Paket PEUGEOT Connect Plus gewählt wird.

Die MyPeugeot-App ermöglicht Verwaltungs- und Fernfunktionen wie das virtuelle Wartungsbuch, die Fahrzeugortung, Remote-Verriegelung oder die Aktivierung der Beleuchtung. Zudem lassen sich die Vorkonditionierung des Innenraums sowie Ladefunktionen aus der Ferne steuern.

Ab Frühjahr 2026 kann auch der E-308 Plug and Charge

Für die Elektroversion steht ein Trip Planner bereit, der Route, Energieverbrauch und verfügbare Ladestationen berücksichtigt und die Fahrten entsprechend optimiert. Ab Frühjahr 2026 wird „Plug & Charge“ angeboten, wodurch das Fahrzeug an kompatiblen Stationen automatisch erkannt wird und Ladevorgänge ohne Karte oder App abgerechnet werden können. Eine V2L-Funktion ermöglicht es, externe Geräte mit bis zu 3,5 kW über die Fahrzeugbatterie zu betreiben.

Im Bereich der Materialien setzt PEUGEOT auf einen höheren Anteil recycelter Stoffe. In beiden Modellen kommen über 30 Prozent recycelte oder erneuerbare Materialien zum Einsatz, darunter Hanffasern im Armaturenbrett und recycelte Kunststoffe in Stoßfängern und Ablagefächern. Stahl und Aluminium bestehen in hohem Maße aus recyceltem Material. Die Fahrzeuge erreichen eine Recyclingfähigkeit von 85 Prozent und eine Verwertbarkeit von 96 Prozent.

Der Peugeot 308 bleibt Franzose durch und durch, was in diesem Segment schon fast eine Seltenheit ist – wenngleich auch er Opel Astra noch aus Rüsselsheim und der VW Golf noch aus Wolfsburg stammen. Das Design des neuen 308 stammt aus dem Peugeot-Studio in Vélizy, während die Fertigung im Werk Mulhouse erfolgt. Die Überarbeitung tat dem 308 auf jeden Fall gut, wenngleich wir uns beim Laden und bei der Akkugröße etwas mehr erwartet hätten.

 

Logobanner Liste (Views)