Taxi-Branche wehrt sich gegen DAK-Preisdumping

Der Landesverband für das Taxi- und Mietwagengewerbe Mecklenburg-Vorpommern e.V. hat die Betriebe dazu aufgerufen, keine Einzelverträge mit der DAK abzuschließen.

Auch für die Taxi- und Mietwagenbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern sind Krankenfahrten überlebenswichtig, weiß der Unternehmer Ronny Bohun (Foto). (Foto: RoRo-Cab Stralsund)
Auch für die Taxi- und Mietwagenbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern sind Krankenfahrten überlebenswichtig, weiß der Unternehmer Ronny Bohun (Foto). (Foto: RoRo-Cab Stralsund)
Dietmar Fund

Seit Januar 2022 werden Patientinnen und Patienten, die bei der DAK Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern versichert sind, mit Taxis und Mietwagen nur noch gegen Vorkasse befördert. Sie bezahlen die Fahrt entweder gegen eine Quittung in bar oder auf Rechnung und müssen hinterher mit der Krankenkasse abrechnen. Mit dieser Maßnahme wehren sich die Taxi- und Mietwagenbetriebe gegen die Kündigung des Rahmenvertrags mit dem Landesverband zum 31.12.2021. Mit diesem Vertrag hatte die DAK zuvor die Rahmenbedingungen des Verbandes der Ersatzkassen (vdek) übernommen.

Die DAK wollte mit der Kündigung deutlich niedrigere Entgelte als bisher durchsetzen. Laut dem Stralsunder Taxiunternehmer Ronny Bohun, der in der Tarifkommission des Taxiverbandes mitarbeitet, sahen die neuen Verträge ein Entgelt von 1,30 Euro pro Besetztkilometer vor. Das sei ebenso unwirtschaftlich wie die Pauschale von 33 Euro für die ersten 5 Kilometer bei der Liegendbeförderung oder der Beförderung im Tragestuhl, die zwei Mann pro Fahrzeug erfordere. Auch in diesen Fällen habe die DAK für jeden weiteren Besetztkilometer nur 1,30 Euro bezahlen wollen.

In einem Beitrag des Norddeutschen Rundfunks vom 7. Januar 2022, den man in der Mediathek abrufen kann, rechtfertigt die DAK ihre niedrigeren Konditionen mit dem Streben nach einer Kostensenkung, weil sie wirtschaftlich arbeiten müsse. „Das müssen wir auch, und wir würden mit den neuen Konditionen in die Insolvenz fahren“, entgegnete Ronny Bohun gegenüber taxi heute. Die im NDR verlesene Behauptung der DAK, sie habe in Mecklenburg-Vorpommern flächendeckend bereits mit mehr als 260 Anbietern Einzelverträge geschlossen, hält Bohun für unglaubwürdig. Über 90 Prozent der Unternehmer und Unternehmerinnen hätten dem Verband versichert, dass sie der Linie des Verbandes folgten, der eine Rückbesinnung der DAK auf den vdek-Rahmen und damit 1,55 Euro pro Besetztkilometer als Pauschale vorsehe. Dieses Ziel hat der Verbandsvorsitzende André Thedran in dem Fernsehbeitrag formuliert.

Der Verband hat sich mit Markus Schmid kurzgeschlossen, dem Vorsitzenden der Interessengemeinschaft Taxi Ortenau e.V. Sie war vor 2006 gegründet worden, weil sich auch in der Region um Offenburg herum Taxi- und Mietwagenunternehmen gegen nicht auskömmliche Entgelte für Krankenfahrten zur Wehr setzen wollten. Das ist ihnen seither auch geglückt, weil sich die Unternehmerinnen und Unternehmer einig sind.

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