Kias neuer E-Kleinbus PV5: Viel Raum, klare Linie, flexible Nutzung –und auch als Taxi

Kia setzt seinen Kurs Richtung modulare Elektromobilität fort – mit einem neuen Fahrzeug, das sowohl Handwerker, Familien als auch die Taxi-Branche ansprechen dürfte. Der PV5 Passenger ist ein vollelektrischer Kleinbus, der mehr will als bloß von A nach B zu fahren. Er bietet Platz, Funktionalität und eine Reihe an durchdachten Details, ohne dabei in überflüssige Spielereien abzudriften.

Kia zeigt klare Kante - der PV5 ist nur 4,7 Meter lang, hat aber innen enorm viel Platz.| Foto: Kia
Kia zeigt klare Kante - der PV5 ist nur 4,7 Meter lang, hat aber innen enorm viel Platz.| Foto: Kia

Der PV5 ist das erste Pkw-Modell, das Kia auf Basis seiner neuen PBV-Strategie („Platform Beyond Vehicle“) auf die Straße bringt. Hinter dem etwas sperrigen Namen steckt ein flexibles Fahrzeugkonzept, das sich für unterschiedlichste Einsatzzwecke anpassen lässt – zunächst als Fünfsitzer, künftig auch als Siebensitzer, Taxi oder rollstuhlgerechte Variante. Der Startpreis für das Grundmodell liegt bei 38.290 Euro.

Mit einer Länge von 4,70 Metern und einer Höhe von rund 1,92 Metern reiht sich der PV5 irgendwo zwischen Van und Kleintransporter ein. Das Design ist kantig, zweckmäßig – aber nicht lieblos. Kia nennt den Stil „Opposites United“ – vereinte Gegensätze. Die Karosserie betont Robustheit, vor allem durch schwarze Kunststoffelemente an den Schwellern und Stoßfängern. Die Front ist klar gegliedert, der Innenraum hell und großzügig.

Komfortabel funktional

Der Innenraum ist funktional eingerichtet, aber keineswegs spartanisch. Schon die Grundausstattung umfasst Sitzbezüge aus einer Stoff-Leder-Kombination, eine automatische Klimaanlage, ein Infotainmentsystem mit 12,8-Zoll-Touchscreen und zahlreiche Ablagemöglichkeiten. Die Rückbank lässt sich neigen, und wer mehr Laderaum braucht, kann die Sitze umklappen – bis zu 2.300 Liter stehen dann zur Verfügung. Der Einstieg ist dank niedriger Türschwelle bequem, und auch die elektrifizierte Heckklappe öffnet weit.

Technisch basiert der PV5 auf einer Variante von Kias Elektroplattform E-GMP, die für diese Nutzfahrzeuglinie weiterentwickelt wurde. Der flache Fahrzeugboden schafft Platz, auch für die künftig geplanten Sonderaufbauten. Produziert wird der Kleinbus in einem neu errichteten Werk im koreanischen Hwaseong.

Zwei Akkus, zwei Philosophien

Für den Antrieb stehen zwei Batteriegrößen zur Wahl: 51,5 kWh für bis zu 288 Kilometer Reichweite und 71,2 kWh für maximal 400 Kilometer. Die stärkere Variante kommt auf 120 kW Leistung (163 PS), die kleinere auf 89 kW (122 PS). Beide liefern ein Drehmoment von 250 Newtonmetern. Die Beschleunigungswerte sind solide, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 135 km/h – ein aureichender Wert in diesem Segment.

Bemerkenswert ist die Schnellladefähigkeit: Unter optimalen Bedingungen lässt sich der Akku in 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden. Damit bleibt der PV5 auch für längere Strecken einsatzfähig – vorausgesetzt, man findet einen leistungsfähigen Ladepunkt.

Ausstattung mit Augenmaß

Auch die Ausstattung zeigt, dass Kia seinen PV5 als Alltagspartner sieht. Schon die Basisversion bringt LED-Scheinwerfer, Parksensoren, Rückfahrkamera, ein digitales Kombiinstrument, elektrische Fensterheber, Regensensor, Smart Key und ein Batterie-Vorheizsystem mit. Die nächsthöhere Variante „Plus“ ergänzt unter anderem Sitzheizung vorn und hinten, Lenkradheizung und eine induktive Smartphone-Ladefläche. In der Topausstattung „Elite“ kommen elektrisch einstellbare Sitze, eine 360-Grad-Kamera und zusätzliche Assistenten wie ein aktiver Totwinkelwarner hinzu.

Ebenfalls Teil des Pakets: sieben Airbags und ein umfassendes Assistenzsystem, darunter ein Autobahnassistent, ein adaptiver Tempomat, Spurhaltehilfe und Notbremssystem mit Abbiegeerkennung. Eine Besonderheit ist die serienmäßige Integration von Android Automotive OS, über das sich Apps direkt im Fahrzeug installieren lassen. Apple CarPlay und Android Auto sind ebenfalls an Bord – kabellos.

Zuglast und Steckdosen

Ein Detail, das vor allem gewerbliche Nutzer interessieren dürfte: Der PV5 darf Anhänger ziehen. Die kleinere Akkuversion bis 750 Kilogramm, die größere bis zu 1,5 Tonnen – gebremst, wohlgemerkt. Auch eine 220-Volt-Steckdose ist verfügbar. Diese „Vehicle-to-Load“-Funktion erlaubt das Laden oder den Betrieb externer Geräte direkt aus dem Auto heraus.

Praktisch ist auch das digitale Schlüsselsystem (in der Topausstattung optional), das die Nutzung durch mehrere Personen über Smartphone oder Smartwatch erlaubt. Kia bietet zudem maßgeschneidertes Zubehör an, das über modulare Schienen im Fahrzeug befestigt wird – vom Tablet-Halter bis zur Werkzeugbox. Die Zubehörlinie trägt den Namen „Kia AddGear“ und richtet sich explizit an private wie professionelle Nutzer.

Ausblick

Die Markteinführung des PV5 Passenger erfolgt Mitte November, bestellbar ist das Fahrzeug bereits jetzt. Kia will das Modellportfolio zügig erweitern: Neben weiteren Varianten des PV5 sollen auch neue Karosserieformen des Transportermodells PV5 Cargo erscheinen – darunter eine Hochdachversion und ein Chassis-Cab.

Mit dem PV5 positioniert sich Kia in einem Segment, das bisher eher von etablierten Herstellern wie VW, Mercedes oder Stellantis dominiert wird. Dabei setzt der koreanische Autobauer weniger auf Prestige als auf Praxistauglichkeit und technische Solidität. Das könnte sich auszahlen – gerade in einer Zeit, in der Flexibilität und Wirtschaftlichkeit immer wichtiger werden. Und Kias gab bereits die Zusage, den PV5 auch als Taxi bringen zu wollen.

 

 

Kia PV5 Passenger auf einen Blick:

Fahrzeugtyp: Elektrischer Kleinbus (Fünfsitzer), weitere Varianten folgen

Länge/Breite/Höhe: 4.695 / 1.895 / 1.923 mm

Antrieb: Frontmotor, zwei Batteriegrößen (51,5 kWh / 71,2 kWh)

Reichweite: bis zu 400 km

Leistung: 89 kW / 122 PS bzw. 120 kW / 163 PS

Zuladung: bis zu 2.300 Liter Gepäckvolumen

Zuglast: bis 1,5 Tonnen (gebremst)

Preis: ab 38.290 Euro

Garantie: 7 Jahre auf das Fahrzeug, 8 Jahre auf die Batterie

Ein Fahrzeug für viele Anforderungen – auch als Taxi oder Inklusionstaxi

 

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