Flottenmanagement: Mercedes-Benz öffnet digitales Portal für alle Marken

Das neue Mercedes-Benz Fleet-Pilot-Portal integriert erstmals auch Fremdfabrikate. Es soll Fuhrparkleitern helfen, gemischte Flotten effizienter zu überwachen und Wartungen besser zu planen.

Die webbasierte Plattform Fleet Pilot soll Fuhrparkverantwortlichen helfen, Fahrzeuge, Routen und Wartungsbedarfe zentral zu überwachen und datenbasiert zu steuern. | Foto: Mercedes-Benz AG
Die webbasierte Plattform Fleet Pilot soll Fuhrparkverantwortlichen helfen, Fahrzeuge, Routen und Wartungsbedarfe zentral zu überwachen und datenbasiert zu steuern. | Foto: Mercedes-Benz AG
(erschienen bei VISION mobility von Gregor Soller)

Laut Angaben der Mercedes-Benz Connectivity Services GmbH hat das Unternehmen mit dem Fleet Pilot eine neue webbasierte Plattform für gewerbliche Fahrzeugflotten eingeführt. Sie ersetzt das bisherige Portal connect business und soll Fuhrparkverantwortlichen einen vollständigen Überblick über alle relevanten Kennzahlen ihrer Fahrzeuge bieten. Die Lösung bündelt Daten in Echtzeit und stellt sie in Dashboards, Grafiken und Tabellen dar. Ziel ist es, die Verwaltung von Flottenprozessen zu vereinfachen, den Fahrzeugbetrieb effizienter zu gestalten und Wartungsbedarfe frühzeitig zu erkennen.

Das Portal richtet sich an Unternehmen, die ihre Fahrzeugflotten digital steuern und überwachen möchten. Nach Registrierung können Nutzerinnen und Nutzer das System mit den eigenen Flottenfahrzeugen bis zum Ende des folgenden Kalendermonats kostenfrei testen. Bestehende Anwenderinnen und Anwender des Vorgängerportals wurden laut Hersteller automatisch und ohne Zusatzkosten auf die neue Plattform migriert.

Einsatzbereit ohne Nachrüstung

Ein zentrales Merkmal des neuen Systems ist, dass es ohne technische Nachrüstung auskommt. Das Kommunikationsmodul, das für die Datenübertragung erforderlich ist, ist bei Mercedes-Benz Fahrzeugen ab Werk integriert. Das Portal unterstützt außerdem Fahrzeuge anderer Hersteller, sofern die jeweilige Marke und der Dienst im System hinterlegt sind. Damit reagiert der Anbieter auf die wachsende Zahl gemischter Flotten.

Die Plattform ist derzeit in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Italien, Belgien, den Niederlanden und im Vereinigten Königreich nutzbar. Eine Ausweitung auf weitere europäische Märkte ist laut Unternehmensangaben geplant.

Vier digitale Dienste für den Fuhrpark

Der Fleet Pilot bietet vier Funktionsbereiche, die sich unabhängig voneinander auf Fahrzeugebene aktivieren lassen. Der Dienst Ortung und Geofencing ermöglicht eine präzise Standortbestimmung und das Einrichten virtueller Zonen. Wird eine dieser Grenzen von einem Fahrzeug über- oder unterschritten, löst das System automatisch eine Benachrichtigung aus.

Die Fahrtenliste dient der Analyse von Routenverläufen und Fahrgewohnheiten. In einer Kartenansicht können Nutzerinnen und Nutzer Streckenverläufe – den sogenannten „Snail Trail“ – nachvollziehen und die Daten exportieren.

Mit dem Modul Fahrzeugzustand lässt sich der technische Status der Flotte überwachen. Laut Mercedes-Benz informiert das System über anstehende Wartungen und Verschleißanzeichen, etwa bei Bremsen oder Serviceintervallen.

Der Bereich Effizienz und Trends stellt Verbrauchs- und Kilometerdaten grafisch dar. Auf dieser Basis können Flottenverantwortliche erkennen, welche Fahrzeuge besonders wirtschaftlich arbeiten und wo Optimierungspotenzial besteht.

Sicherheit und Datenschutz im Fokus

Nach Unternehmensangaben erfüllt das Portal die hohen Sicherheits- und Datenschutzstandards des Konzerns. Die Fahrzeugdaten werden verschlüsselt über das Mobilfunknetz an die Server übermittelt. Das im Fahrzeug verbaute Kommunikationsmodul ist mit einer crashsicheren SIM-Karte ausgestattet.

Darüber hinaus prüft der Anbieter die Sicherheit der Systeme kontinuierlich durch externe Prüfungen. Kundinnen und Kunden erfahren immer, welche Informationen zu welchem Zweck erhoben werden und können darüber frei entscheiden. Zwei Sicherheitsebenen gewährleisten laut Mercedes-Benz Verfügbarkeit, Integrität und Vertraulichkeit der Informationen.

Weiterentwicklung und Integration

Der Hersteller plant, das System kontinuierlich auszubauen. Künftig sollen weitere Dienste wie der Mercedes-Benz Van Uptime Monitor oder eine Online-Buchung für Servicetermine in die Plattform integriert werden. Damit verfolgt der Anbieter das Ziel, Fuhrparkprozesse digital zu vernetzen und Abläufe aus einer zentralen Umgebung heraus steuerbar zu machen.

Mit dem Fleet Pilot erweitert der Hersteller sein digitales Angebot um ein Werkzeug, das Fuhrparkverantwortliche stärker in die Lage versetzen soll, Daten effizient zu nutzen. Für Flotten mit Fahrzeugen verschiedener Marken ist die angekündigte Mehrmarkenfähigkeit ein Schritt in Richtung Praxisnähe. Ob die Integration anderer Hersteller in der Breite tatsächlich gelingt, bleibt abzuwarten.

Für die betriebliche Mobilität insgesamt zeigt der Schritt, dass Fahrzeugkonnektivität zunehmend als Bestandteil nachhaltiger Flottenstrategien verstanden wird. Transparente Verbrauchsdaten, planbare Wartungen und eine optimierte Nutzung von Fahrzeugressourcen sind wesentliche Bausteine, um CO₂-Emissionen und Kosten gleichermaßen zu reduzieren – unabhängig davon, ob der Antrieb elektrisch oder konventionell ist. (av, Quelle: Mercedes-Benz AG )

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