Europäische Taximesse 2026 in Köln: 93 Aussteller, Branchenpolitik und ein BYD als Hauptgewinn

Die Europäische Taximesse wächst weiter: Anfang November wird die Halle 1 der Koelnmesse zum Treffpunkt für Taxi- und Mietwagenunternehmen aus ganz Europa. Neben 93 Ausstellern stehen politische Debatten, Zukunftsthemen der Mobilität und eine Tombola mit einem BYD Seal Plug-in-Hybrid als Hauptpreis auf dem Programm.

Auch dieses Jahr wird die Taximesse der Magnet für die Taxibranche - anders als im Bild wird der "taxi heute - Huss Verlag" Stand aber links vom Eingang auf "A 16" zu finden sein.| Foto: taxi heute Redaktion/KI
Auch dieses Jahr wird die Taximesse der Magnet für die Taxibranche - anders als im Bild wird der "taxi heute - Huss Verlag" Stand aber links vom Eingang auf "A 16" zu finden sein.| Foto: taxi heute Redaktion/KI

Wenn sich am 6. und 7. November die Tore der Koelnmesse öffnen, wird die Halle 1 bis auf den letzten Standplatz gefüllt sein. Die Europäische Taximesse 2026 setzt ihren Wachstumskurs fort und entwickelt sich zunehmend zum zentralen Branchentreff für das Taxi- und Mietwagengewerbe in Europa.

93 Aussteller haben ihre Teilnahme zugesagt. Mehr als ein Viertel von ihnen reist aus dem Ausland an. Damit wächst die Messe erneut: Nach 70 Ausstellern im Jahr 2022 und 80 Unternehmen im Jahr 2024 erreicht die Veranstaltung nun einen neuen Höchststand. Für die Fachvereinigung Personenverkehr Nordrhein Taxi-Mietwagen (FPN) ist das ein Signal, dass die Branche trotz wirtschaftlicher und politischer Herausforderungen weiterhin auf Austausch, Innovation und persönliche Begegnungen setzt. Im Mittelpunkt stehen Fahrzeuge, digitale Lösungen, Taxameter- und Kommunikationssysteme, Versicherungsangebote sowie Dienstleistungen rund um den gewerblichen Personenverkehr. Einen besonderen Anziehungspunkt dürfte erneut die INTAX Taxi-Oase bilden. Dort präsentieren die Hersteller BYD, Dacia, Hyundai, Kia, Renault und XPeng ihre aktuellen Taximodelle. Direkt daneben zeigt auch Toyota seine für den Taxieinsatz relevanten Fahrzeuge.

Diskussionsforum

Die Ausstellung allein macht jedoch nicht den Charakter der Messe aus. Traditionell versteht sich die Europäische Taximesse auch als Forum für politische Diskussionen und strategische Debatten über die Zukunft der Branche. Entsprechend prominent ist das Programm im Kristallsaal besetzt. Zur Eröffnung sprechen FPN-Vorsitzender Markus Gossmann, Kölns Bürgermeister Dr. Ralf Heinen sowie Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Oliver Krischer. Anschließend folgt eines der derzeit kontroversesten Themen des Gewerbes: die Folgen der Novelle des Personenbeförderungsgesetzes.

Unter der Überschrift „Stand des Personenbeförderungsrechts drei Jahre nach PBefG-Novelle“ diskutieren unter anderem der Berliner Verkehrspolitiker Tino Schopf, Bundestagsabgeordneter Michael Donth, Rechtsanwalt Thomas Grätz und Thomas Kroker von der Taxi München eG über Vollzugsdefizite bei der Kontrolle des Mietwagenverkehrs, Festpreiskorridore für Taxis und Mindestentgelte für Mietwagen. Dass die Branche längst über klassische Beförderungsleistungen hinausdenkt, zeigt das zweite Fachpodium. Dort geht es um die Rolle des Taxis als Bestandteil eines vernetzten öffentlichen Verkehrs. Vertreter von Verkehrsverbünden, Unternehmen und Mobilitätsprojekten diskutieren Erfahrungen mit On-Demand-Verkehren und ÖPNV-Taxi-Konzepten aus Nordrhein-Westfalen.

Inklusion im Fokus

Ein weiteres Thema betrifft die Weiterentwicklung von Inklusionsverkehren. Gemeinsam mit Vertretern des Sozialverbands Deutschland wird darüber gesprochen, wie Taxen und Mietwagen künftig noch stärker zur Mobilität von Menschen mit Einschränkungen beitragen können. Auch der europäische Blick fehlt nicht. Teilnehmer aus Luxemburg, Belgien und Deutschland befassen sich mit der Frage, wie die Interessen des Taxi- und Mietwagengewerbes auf EU-Ebene wirksamer vertreten werden können.

Der zweite Messetag steht vor allem im Zeichen der Antriebstechnologien. Dabei geht es nicht nur um batterieelektrische Fahrzeuge und den Ausbau der Ladeinfrastruktur. Diskutiert werden auch alternative Kraftstoffe wie E-Fuels, HVO100 und Wasserstoff sowie deren mögliche Rolle für bestehende Fahrzeugflotten.

Antriebstechnologien

Damit greift die Messe eine Debatte auf, die viele Unternehmer derzeit beschäftigt: Welche Technologie eignet sich unter den jeweiligen regionalen Bedingungen am besten für den gewerblichen Personentransport? Patentrezepte werden die Podien kaum liefern. Dafür versprechen die Diskussionen Einblicke aus der Praxis. Neben Politik und Technik bietet die Veranstaltung auch Raum für die Geschichte des Gewerbes. In der Halle werden erneut historische Taxifahrzeuge zu sehen sein. Darüber hinaus kündigen die Veranstalter einen „Taxi-Filmstar“ an, dessen Identität bislang noch nicht verraten wird.

BYD Seal wird verlost

Zum Abschluss der Messe dürfte sich die Aufmerksamkeit vieler Besucher auf die traditionelle Tombola richten. Musikalisch begleitet von den Taxi-Rappern Beggo & Blazup werden die Gewinne ausgelost. Als Hauptpreis wartet ein BYD Seal Plug-in-Hybrid inklusive Taxivorrüstung auf einen neuen Besitzer. Dass Eintritt und Parken weiterhin kostenlos bleiben, dürfte zusätzlich dazu beitragen, dass zahlreiche Unternehmer, Fahrer und Branchenvertreter den Weg nach Köln finden. Die Europäische Taximesse bleibt damit nicht nur eine Produktschau, sondern vor allem ein Ort, an dem die Branche über ihre Zukunft diskutiert – zwischen Elektromobilität, Regulierung, Digitalisierung und der Frage, welche Rolle das Taxi im Mobilitätsmix der kommenden Jahre spielen wird.

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