Warum der Umstieg stockt: ACV-Umfrage offenbart Skepsis gegenüber Elektroautos
Unter den Nutzern klassischer Antriebe dominiert weiterhin die Kostenfrage. Knapp 30 Prozent nennen den hohen Anschaffungspreis als Hauptargument gegen den Umstieg. Weitere 16 Prozent sorgen sich um die Ladeinfrastruktur – sei es wegen fehlender Lademöglichkeiten zu Hause oder wegen mangelnden Vertrauens in das öffentliche Ladenetz. Rund 11 Prozent zweifeln an einer ausreichenden Reichweite.
Zwischen Skepsis und Alltagserfahrung
ACV-Geschäftsführer Holger Küster ordnet diese Ergebnisse ein:
„Es gibt nicht den einen Grund, der Menschen vom Umstieg auf ein Elektroauto abhält. Entscheidend ist das Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Der Preis bleibt dabei zentral: Elektromobilität muss man sich nicht nur leisten wollen, sondern auch leisten können. Trotz sinkender Batteriepreise und wachsendem Wettbewerb sind viele Modelle für breite Käuferschichten noch immer zu teuer.“
Besonders deutlich fällt die Spaltung bei der Einschätzung der Alltagstauglichkeit aus. Während E-Autofahrer viele der gängigen Vorbehalte für überzogen halten, prägen sie bei Verbrennerfahrern weiterhin das Bild. So fürchten knapp 68 Prozent von ihnen, mit einem Elektroauto mangels Lademöglichkeit liegenzubleiben. Unter den E-Autofahrern halten hingegen 63 Prozent diese Sorge für nicht gerechtfertigt. Ein ähnliches Muster zeigt sich beim Thema Reichweite: 65 Prozent der Verbrennerfahrer sehen Elektroautos für längere Strecken als ungeeignet an, während 63 Prozent der E-Autofahrer dieser Einschätzung widersprechen.
Für Küster liegt darin ein zentraler Befund der Studie:
„Die Umfrage zeigt deutlich: Die Skepsis gegenüber der Elektromobilität ist nach wie vor groß. Gleichzeitig wird erkennbar, dass sie für diejenigen, die bereits ein E-Auto nutzen, im Alltag überwiegend funktioniert. Diese Praxiserfahrung ist ein wichtiges Signal, denn sie macht sichtbar, dass viele Sorgen vor allem auf Unsicherheit und fehlender Vertrautheit beruhen.“
Verlässliche und langfristige Rahmenbedingungen unerlässlich
Gerade für den gewerblichen Verkehr, etwa im Taxi- und Mietwagengewerbe, ist diese Kluft von Bedeutung. Denn hier entscheidet Alltagstauglichkeit nicht nur über Akzeptanz, sondern über Wirtschaftlichkeit. Küster sieht deshalb vor allem die Politik in der Pflicht:
„Umso mehr ist die Politik gefordert: Sie muss verlässliche und langfristige Rahmenbedingungen schaffen, Investitionen in Infrastruktur und Marktanreize stabil halten und klar zur Elektromobilität stehen. Nur so entsteht das Vertrauen, das für den Erfolg der Verkehrswende unerlässlich ist.“
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