Taxi-Familie schafft Kia e-Niro an

Der Sproß eines Taxler-Ehepaares aus Hauzenberg im hügeligen Hinterland von Passau ist nach den ersten 8.000 Kilometern begeistert vom Stromern und entsetzt über die deutsche Förderpraxis für Elektroautos.

Diesen Kia e-Niro-Taxi setzt das Hauzenberger Taxiunternehmen vornehmlich bei Krankenfahrten ein. (Foto: Fritz Wimmer jun.)
Diesen Kia e-Niro-Taxi setzt das Hauzenberger Taxiunternehmen vornehmlich bei Krankenfahrten ein. (Foto: Fritz Wimmer jun.)
Dietmar Fund

Am 17. Dezember 2020 hat Fritz Wimmer jun., Werkstattinhaber und Aushilfsfahrer im Taxibetrieb seiner Eltern in Hauzenberg, den Kia e-Niro bei seinem Händler AHG im nahen Röhrnbach abgeholt. Auf das kompakte Elektrotaxi war er über Internet-Recherchen gestoßen. Da der Händler ein solches Fahrzeug schon lange zuvor bestellt hatte, konnte er es über INTAX zum Taxi umrüsten lassen.

Fritz Wimmer jun. hat an seiner Werkstatt in der Kleinstadt mit rund 11.700 Einwohnern eine Ladesäule installiert und verkauft den Strom seinen Eltern, die dank dem Kia e-Niro einen Volkswagen Touran des Baujahrs 2011 mit 608.000 Kilometern auf dem Tacho als Reserve weiter nutzen können.

„Ich bin mehr als positiv überrascht vom e-Niro, denn für Kranken- und Dialysefahrten eignet er sich gut“, berichtet der 34 Jahre alte Junior, der seit seinem 21. Geburtstag auch den Personenbeförderungsschein hat und bei seinen Eltern aushilft. Sie setzen insgesamt drei Taxis ein, die sie bislang immer sehr lange gefahren haben. Besonders gut gefällt Wimmer die Wärmepumpe, die sich auch als Standheizung nutzen lässt. Bislang hat er im Winter durchschnittlich 18,8 kWh pro 100 Kilometer verbraucht. Bei wärmeren Temperaturen kommt er auch mal mit 15,9 kWh aus.

Fritz Wimmer jun. hat die Total Cost of Ownership, also die Betriebskosten über die gesamte Nutzungsdauer, genau durchgerechnet. Wenn sich die Vermutung bestätige, dass beim Elektroauto die Ausgaben für Wartung und Reparaturen deutlich niedriger als bei einem Dieselmodell ausfallen, dann sei der e-Niro „das beste Investment, was meine Eltern je getätigt haben“, sagt Fritz Wimmer jun.

Äußerst ärgerlich findet er die deutsche Förderpraxis für Elektrotaxis, weil sie die Bewilligung eines Förderantrags voraussetzt, bevor man sein Fahrzeug überhaupt bestellen darf. Da die Elektrofahrzeuge teilweise lange Lieferzeiten hätten, könne man mit ihnen kurzfristig kein anderes Taxi ersetzen, bemängelt Wimmer. Zudem seien die Förderanträge so kompliziert, dass er gerne jemanden für die Dienstleistung bezahlen würde, einen Förderantrag für ihn zu stellen.

Hauzenberg liegt im hügeligen Hinterland von Passau nahe den Grenzen zu Österreich und Tschechien und damit in einer ländlichen Region. Wie sich das e-Niro-Taxi dort bewährt, wird taxi heute berichten, sobald es noch ein paar Tausend Kilometer mehr gesammelt hat.

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