Mercedes-Benz VAN.CA: Verbrenner läuft weiter - das Imperium rudert zurück

Eine dürre Pressemitteilung deutet die Strategiekorrektur nach den Pkw auch bei den Vans mit Stern an: Neben der rein elektrischen VAN.EA soll es künftig auch eine VAN.CA mit Verbrennermotoren geben. Weil die Kunden elektrisch nicht mitziehen. 

Verweile doch: Von der elektrischen Van.EA-Plattform wird es künftig auch einen Verbrenner-Ableger geben, weil die E-Nachfrage weiter schwächelt. | Foto: Mercedes-Benz
Verweile doch: Von der elektrischen Van.EA-Plattform wird es künftig auch einen Verbrenner-Ableger geben, weil die E-Nachfrage weiter schwächelt. | Foto: Mercedes-Benz
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

In einer kleinen Pressemitteilung steckt ein großer Schwenk in Sachen Elektrifizierung: Nachdem Mercedes-Benz-Konzernchef Ola Källenius schon bei den Pkw die Elektrifizierungsambitionen heruntergeschraubt hab und jüngst bei der Jahrespressekonferenz Finanzchef Harald Wilhelm den Verbrennern eine kurz- und mittelfristige Zukunft prophezeihte, korrigiert auch die Submarke Mercedes-Benz Vans den Kurs. "Um flexibel die Anforderungen der Kunden zu erfüllen, wird Mercedes-Benz Vans künftig auf einer Architektur neben Elektrofahrzeugen auch Vans mit hochmodernen Verbrennungsmotoren anbieten", heißt es in einer Mitteilung. 

"Verbrenner werden noch lange wichtig bleiben. Sind das gute Nachrichten? Ich glaube ja!", hatte Wilhelm bei der Bilanzpressekonferenz in Böblingen erklärt. 

Demgemäß werden auch alle neu entwickelten Vans künftig auf der modularen, flexiblen und skalierbaren Mercedes‑Benz Van Architecture basieren. Ab 2026 sollen die vollelektrischen Modelle der Van Electric Architecture (VAN.EA) eingeführt werden, beginnend mit den Pkw-Varianten. Mit der zweiten Ausprägung der Van Architektur, der Van Combustion Architecture (VAN.CA), folgen dann aber doch noch "hochmoderne Verbrenner-Vans", wie es weiter heißt. Zuletzt hatte der Hersteller zwar eine vollelektrische E-Klasse bestätigt, doch auch der elektrische Hoffnungsträger und Einstiegsmodell CLA soll auch noch als Hybrid-Version kommen. Von einer Brückentechnologie ist die Rede.

Mit der Maßnahme reagiert man wie in der Pkw-Sparte, die im Gegensatz zum Münchner Erzrivalen BMW sogar einen deutlichen Rückgang der reinen BEV-Modelle um neun Prozent hinnehmen musste, auf den schleppenden Hochlauf der Elektromobilität und schafft sich einen doppelten Boden, sollte die E-Nachfrage nicht wider Erwarten bald stramm anziehen. Die Modelle sind dann flexibel als Stromer oder Verbrenner auf den selben Linien produzierbar, ähnlich wie es Stellantis bei seinen Transportern praktiziert. Beide Ausprägungen der Plattform verfügen über rund 70 Prozent Gleichteile und werden auf derselben Linie produziert. 

"Damit steht die neue Van Architektur für maximale Synergien und Skaleneffekte. Mit seinem flexibel aufgestellten Produktportfolio sichert sich Mercedes‑Benz Vans auch in Zukunft eine wettbewerbsfähige Marktposition", erklärte der Hersteller.

Unabhängig von der Antriebsart erlaube die neue Fahrzeugarchitektur eine klare Differenzierung zwischen privat positionierten Vans im Luxussegment und gewerblichen Transportern im Premiumsegment, wiederholten die Schwaben ihre bereits kommunizierte Strategie.

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