Ein Münchner gibt die Richtung vor – Münchener Grüne gratuliert Gregor Beiner
Mit Beiners Wahl rückt ein Praktiker an die Spitze der mitgliederstärksten Interessenvertretung der Branche. Der Unternehmer gilt als jemand, der die tägliche Realität des Gewerbes kennt: steigende Betriebskosten, wachsender Wettbewerbsdruck, neue digitale Vermittlungsplattformen. Seine Ansage in Erfurt, wo die Wahl im Rahmen des Deutschen Taxi- und Mietwagentags stattfand, war entsprechend bodenständig: Man müsse das Taxi-Gewerbe „in die Zukunft führen, ohne den Alltag aus den Augen zu verlieren“.
Politische Rückendeckung kommt aus der Heimatstadt.
„Nun steht ein Münchner an der Spitze des Bundesverbands Taxi und Mietwagen – das freut mich sehr!“, erklärte Sybille Stöhr, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion Die Grünen/Rosa Liste/Volt und Vorsitzende der Taxikommission. Sie lobte Beiner als „kompetenten Gesprächspartner, der die vielfältigen Herausforderungen des Taxigewerbes im Blick hat: Es geht um grundlegende Fragen wie fairen Wettbewerb, E-Mobilität und autonomes Fahren“.
Stöhr verweist zudem auf ein interessantes Münchner Doppel: Neben Beiner führt auch Thomas Kroker, Vorstand der Taxi eG München, seit März 2024 den Taxi- und Mietwagenverband Deutschland (TMV).
„Dies zeigt, dass München auch bundesweit eine gewichtige Stimme in der Taxibranche hat“, so Stöhr.
Tatsächlich ist die bayerische Landeshauptstadt längst mehr als nur ein regionales Pflaster für das Gewerbe. Hier werden digitale Vermittlungssysteme getestet, E-Taxi-Projekte vorangetrieben und politische Leitlinien mitentwickelt. Einen deutlichen Dämpfer erhielt das Münchner Taxigewerbe allerdings in diesem Sommer mit dem überraschenden Scheitern der Mindestpreise für Mietwagen.
Zwei Münchner fürs Taxigewerbe
Dass nun zwei Münchner Unternehmer bundesweit Verantwortung tragen, dürfte den Einfluss der süddeutschen Szene weiter stärken. Für Gregor Beiner bedeutet das vor allem Arbeit. Der BVTM steht vor anspruchsvollen Themen: die Einführung der TSE-Pflicht, neue Regelungen für Plattformanbieter, die Anpassung der Tarife und der Umstieg auf klimafreundliche Antriebe. Beiner hat angekündigt, den Dialog mit Politik und Verwaltung zu suchen – und das Gewerbe als verlässlichen Partner im öffentlichen Nahverkehr zu positionieren.
In Erfurt endete die Verbandsversammlung mit Applaus. Für einen Moment war da Aufbruchsstimmung zu spüren – ganz ohne Pathos, aber mit dem Bewusstsein: Die Branche steht vor großen Aufgaben. Und ein Münchner sitzt jetzt am Steuer des BVTM.
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