Taxi-Festpreise auf dem Vormarsch: Freenow startet in Heidelberg, Dachau, Erding, Freising und Amberg
Die Debatte über die Zukunft des Taxis wird häufig entlang großer Themen geführt: Digitalisierung, Plattformökonomie, On-Demand-Verkehre oder autonome Fahrzeuge. Für viele Fahrgäste entscheidet sich die Attraktivität eines Mobilitätsangebots jedoch an einer deutlich einfacheren Frage: Was kostet die Fahrt? Fünf weitere deutsche Städte haben nun eine Antwort darauf gefunden. Heidelberg sowie die bayerischen Städte Amberg, Dachau, Erding und Freising haben die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen, damit Taxifahrten zu Festpreisen angeboten werden können. Freenow by Lyft integriert die neue Buchungsoption ab sofort in seine App.
Für Fahrgäste bedeutet das vor allem eines: mehr Planungssicherheit. Der Preis steht bereits vor Fahrtantritt fest – unabhängig davon, ob die Fahrt aufgrund von Staus, Baustellen oder dichterem Verkehr länger dauert als erwartet.
Preissicherheit statt Taxameter-Risiko
Gerade in Städten mit regelmäßig auftretenden Verkehrsengpässen kann ein Festpreismodell für Kunden attraktiv sein. Heidelberg etwa verfügt aufgrund seiner geografischen Lage im Neckartal über vergleichsweise wenige Hauptverkehrsachsen. Kommt es dort zu Störungen, wirken sich diese oft auf das gesamte Verkehrsnetz aus. Ähnliche Situationen kennen Pendler in Dachau, Erding oder Freising, wo insbesondere die Verbindungen in Richtung München regelmäßig stark belastet sind. Wer künftig ein Taxi über die App bestellt, erhält bereits vor der Buchung einen verbindlichen Preisvorschlag.
Dabei ersetzt der Festpreis den klassischen Taxitarif nicht. Vielmehr handelt es sich um eine zusätzliche Option neben der herkömmlichen Abrechnung per Taxameter.
Spielraum innerhalb gesetzlicher Grenzen
Die Preisgestaltung bleibt dabei nicht vollständig dem Markt überlassen. Grundlage sind kommunale Regelungen, die genau festlegen, in welchem Rahmen sich die Festpreise bewegen dürfen. In Heidelberg darf der Festpreis zwischen 7,5 Prozent unter und 20 Prozent über dem regulären Taxitarif liegen. In Erding, Freising und Dachau reicht der Korridor von zehn Prozent unter bis 30 Prozent über dem Tarif. In Amberg darf der Festpreis maximal 25 Prozent oberhalb des regulären Taxitarifs liegen. Die Städte nutzen damit eine Möglichkeit, die das Personenbeförderungsgesetz seit einigen Jahren vorsieht. Ziel ist es, dem Taxigewerbe Instrumente an die Hand zu geben, die bisher vor allem von plattformbasierten Mobilitätsdiensten genutzt wurden.
Reaktion auf veränderte Kundenerwartungen
Für Freenow ist die Ausweitung des Angebots ein weiterer Schritt bei der Digitalisierung des Taxiverkehrs.
„Durch das Festpreismodell können Fahrten je nach Stadt um maximal 10 Prozent günstiger sein als der reguläre Tarif“, sagt Amber Krake, Head of Operations bei Freenow. „Der vor Fahrtantritt feststehende Preis schafft klare Verhältnisse und macht Taxifahrten transparenter und besser planbar. Fahrgäste wissen von Anfang an, welche Kosten auf sie zukommen – unabhängig davon, ob es unterwegs zu Verkehrsbehinderungen kommt.“
Tatsächlich orientiert sich die Nachfrage nach Mobilitätsdiensten zunehmend an Faktoren wie Preisvorhersagbarkeit, einfacher Buchung und digitaler Abwicklung. Während der klassische Taxameter jahrzehntelang als Garant für faire Preise galt, erwarten viele Nutzer heute zusätzlich eine möglichst genaue Kostenprognose bereits vor dem Einsteigen
Chancen auch für das Gewerbe
Die Einführung von Festpreisen wird innerhalb der Branche seit Jahren kontrovers diskutiert. Befürworter sehen darin ein wichtiges Instrument, um gegenüber Mietwagenplattformen konkurrenzfähig zu bleiben. Kritiker verweisen auf mögliche Risiken bei der Kalkulation einzelner Fahrten. In den nun beteiligten Städten überwiegt offenbar die Einschätzung, dass die Vorteile überwiegen. Neben der höheren Transparenz für Fahrgäste sollen auch die Unternehmen profitieren, weil Fahrten besser kalkulierbar werden.
„Durch das Festpreismodell wird Taxifahren für Nutzer und Fahrer transparenter und planbarer“, sagt Alexander Mönch, Präsident bei Freenow Deutschland und Österreich. „Wir begrüßen daher die Einführung in fünf weiteren deutschen Städten und setzen uns dafür ein, dass noch mehr Kommunen ihnen folgen.“
Festpreise werden zum neuen Standard
Mit Heidelberg, Amberg, Dachau, Erding und Freising wächst die Zahl der Städte, die Festpreise für Taxifahrten zulassen, erneut. Die Entwicklung zeigt, dass sich das Taxi in vielen Regionen zunehmend von einem rein tarifgebundenen Verkehrsmittel zu einem digital buchbaren Mobilitätsangebot entwickelt. Das Taxameter bleibt zwar weiterhin die Grundlage des Gewerbes. Doch immer mehr Kommunen eröffnen ihren Unternehmen zusätzliche Spielräume, um auf veränderte Kundenbedürfnisse zu reagieren.
Festpreise verändern nicht das Taxi – sie verändern die Art, wie Kunden Taxifahrten buchen. Je mehr Städte den rechtlichen Rahmen schaffen, desto stärker wird aus dem klassischen Taxametergeschäft ein kalkulierbares Mobilitätsangebot mit App-Komfort.
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