Dieselpreise steigen stärker als in Europa: TMV fordert Eingreifen der Politik

Die jüngste Eskalation im Nahen Osten hat die Energiemärkte weltweit in Bewegung gesetzt. Auch in Deutschland sind die Dieselpreise spürbar gestiegen – deutlich stärker als in den Nachbarländern. Innerhalb weniger Tage kletterte der Liter Diesel hierzulande um bis zu 30 Cent, ein Plus von rund 15 Prozent. Im europäischen Durchschnitt fiel der Anstieg mit drei bis fünf Prozent vergleichsweise moderat aus.

Die Dieselpreise steigen infolge des Iran-Krieges. In Deutschland ist der anstieg allerdings deutlich stärker als in anderen EU-Ländern.| Foto: TMV
Die Dieselpreise steigen infolge des Iran-Krieges. In Deutschland ist der anstieg allerdings deutlich stärker als in anderen EU-Ländern.| Foto: TMV

„Der Konflikt im Nahen Osten erklärt steigende Rohölpreise – er erklärt aber nicht, warum Diesel in Deutschland drei- bis viermal stärker verteuert wird als im übrigen Europa“, sagt Thomas Kroker, Präsident des Verbandes TMV.

Besonders hart trifft die Entwicklung Unternehmen der Personenbeförderung. Taxi-, Mietwagen- und Busbetriebe sind auf Diesel angewiesen und können kurzfristig weder auf alternative Antriebe umsteigen noch die Kostensteigerungen vollständig an ihre Fahrgäste weitergeben.

Laut Kroker zu hoher Steueranteil

Kroker spricht von einer „Kombination aus geopolitischer Krise, fehlender politischer Dämpfung und zusätzlichen nationalen Belastungen“. Ein wesentlicher Faktor sei der hohe staatliche Anteil am Dieselpreis: Energiesteuer, CO₂-Preis und Mehrwertsteuer wirken in Deutschland wie ein Beschleuniger der Preisspitzen. Andere EU-Staaten dagegen entlasteten gezielt oder fingen Preissteigerungen ab.

Der TMV fordert deshalb ein dreistufiges Vorgehen: Eine sofortige Überprüfung der Dieselpreisentwicklung durch das Bundeskartellamt, die zeitweise Aussetzung der CO₂-Abgabe auf Diesel für die gewerbliche Personenbeförderung und eine politische Krisenreaktion nach europäischem Vorbild, um Wettbewerbsnachteile für deutsche Unternehmen zu verhindern.

TMV fordert: Dieselpreise stabilisieren

„Mobilität ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge“, betont Kroker. „Wenn Politik in geopolitischen Krisen nicht handelt, gefährdet sie nicht nur Unternehmen, sondern auch die Versorgung der Bevölkerung – insbesondere im ländlichen Raum.“

Der Verband erwartet kurzfristige Maßnahmen der Bundesregierung, um die Dieselpreise zu stabilisieren und die systemrelevante Personenbeförderung vor weiteren Schäden zu schützen.

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