Toyota RAV4 – Neuauflage des Hybrid-Bestsellers

Der RAV4, einst als urbaner Allrad-Zwerg gestartet, ist schon lange erwachsen und in der Taxi-Welt angekommen. Mit seiner sechsten Generation nähert sich der RAV4 optisch dem Land Cruiser an. Dabei bleiben die äußeren Abmessungen gleich, die wahre Evolution findet unter dem Blechkleid statt. 

Der RAV4 verdrängte 2024 erstmals den Ford-F-150 als BESTVERKAUFTES Auto der USA. Und geht auch in Asien - und Europa gut. Jetzt kommt er ganz neu! | Foto: Toyota
Der RAV4 verdrängte 2024 erstmals den Ford-F-150 als BESTVERKAUFTES Auto der USA. Und geht auch in Asien - und Europa gut. Jetzt kommt er ganz neu! | Foto: Toyota
(erschienen bei VISION mobility von Thomas Kanzler)

Alles neu beim RAV4: Dass sich die äußeren Abmessungen dabei nicht verändern, wirkt beinahe nebensächlich. Denn unter dem vertrauten Blechkleid hat Toyota einen radikalen Umbau vorgenommen. Auf 4,60 Meter Länge und knapp 1,85 Meter Breite bleibt der neue RAV4 im Maßanzug des Vorgängers. Aber das, worauf er steht, ist neu: Die GA-K-Plattform markiert den Beginn einer technischen Neuzeit für Toyotas Volumenmodell.

Theoretisch könnte ihn Toyota auch elektrisch bauen

Der Baukasten ist offen für alles – Verbrenner, Hybrid, Plug-in und sogar batterieelektrisch. Letzteres wird es zumindest vorerst nicht geben. Die Lücke füllen der bZ4X oder der neue C-HR+.

Doch selbst ohne reines E-Angebot ist klar: In den RAV4 kommt kein klassischer Verbrenner mehr. Toyota setzt vollständig auf elektrifizierte Antriebe. Der beliebte Vollhybrid greift weiterhin auf den bekannten 2,5-Liter-Benziner zurück, gepaart mit verbessertem E-Motor, neuer Leistungselektronik und effizienterem Getriebe. Im Alltag dürften sich diese Änderungen vor allem beim Anfahren und im Stadtverkehr bemerkbar machen. Die Systemleistung liegt bei 183 PS (Frontantrieb) bzw. 191 PS (Allrad).

Plug-in: größerer Akku, mehr Reichweite

Beim Plug-in-Hybrid legen die Japaner technologisch eine Schippe drauf. Der neue Akku mit 23 kWh Kapazität soll bis zu 100 Kilometer elektrische Reichweite nach WLTP schaffen. Dank überarbeitetem Wärmemanagement bleibt die Leistung nun auch bei kaltem Wetter stabil. Erstmals wird es neben dem bekannten Allradsystem auch eine frontgetriebene PHEV-Version geben. 268 PS im Einstiegsmodell, 304 PS in der AWD-i-Variante – es bleibt abzuwarten, wie sich die Motorisierungen dann in den Fahrtests schlagen. Der Sprint von null auf hundert gelingt laut Toyota in 5,8 Sekunden – für ein Familienauto fast schon forsch. Geladen wird mit 11 kW AC oder 50 kW DC.

Innen wie außen - eher Evolution - never change a winnig team

Optisch bleibt der RAV4 seiner Linie treu – zumindest in der Silhouette. Vorne zeigt er sich kantiger, näher am großen Bruder Land Cruiser. Innen fällt vor allem das freistehende 12,9-Zoll-Display auf, das wie ein Tablet zwischen Fahrer und Beifahrer ruht. Die übrige Architektur wirkt solide, pragmatisch, Toyota-typisch: viele Ablagen, gute Ergonomie, klare Bedienfelder. Zwei induktive Ladeschalen und eine versteckte Ablage über dem Handschuhfach. Die Sitze lassen sich vielfach verstellen, der Platz auf allen fünf Plätzen bleibt großzügig. Die Kopffreiheit im Fond dürfte für sehr große Personen wie bisher ein Thema sein, das Kofferraumvolumen voraussichtlich wie gehabt bei rund 520 bis 580 Litern liegen.

Software statt Zauberei

Neu ist die Software-Plattform „Arene“, Toyotas Eintrittskarte in die digitale Fahrzeugwelt. Over-the-Air-Updates, cloudbasierte Assistenzsysteme, Sprachsteuerung – alles drin, alles da. Bemerkenswert ist weniger das, was „Arene“ kann, sondern dass Toyota hier auf eine eigene Infrastruktur setzt. Während andere auf Drittanbieter oder kooperierende Ökosysteme vertrauen, will man in Japan selbst Herr über Daten und Dienste bleiben. Sicherheit bleibt dabei ein Schwerpunkt: Die neueste Version von Toyota Safety Sense bringt unter anderem einen Kreuzungsassistenten, eine Sekundärkollisionsbremse und verbesserte Spurwechselhilfen. Hinzu kommt Geo-Fencing, das – abhängig von der Umgebung – automatisch zwischen elektrischem und hybridem Fahren wechselt.

Auch wieder als GR

Auch wer es sportlicher mag, bekommt sein Wunschmodell. Die GR Sport-Variante bleibt im Programm – mit schwarzem G-Mesh-Grill, 20-Zoll-Felgen, Fahrwerksversteifungen und roten Ziernähten im Innenraum. Das Kunstleder/Wildleder-Ensemble signalisiert Dynamik, ohne gleich ins Reißbretthafte abzudriften. Ob der GR-Anzug zum RAV4 passt, wird eine Probefahrt zeigen müssen. Immerhin bleibt auch hier die volle Ausstattung an Bord.

Preise? Noch nicht offiziell

Preise für die sechste Generation nennt Toyota derzeit nicht. Wer heute einen RAV4 Hybrid will, zahlt mindestens 40.990 Euro. Der Plug-in beginnt bei rund 60.000, ein GR Sport kratzt an der 68.000-Euro-Marke. Es spricht wenig dafür, dass es günstiger wird. Zu groß ist der technische Sprung, zu umfassend die Ausstattung. Der neue RAV4 ist kein Sprung ins Unbekannte. Vielmehr ist er ein wohldosierter Schritt nach vorn: neue Plattform, verbesserte Technik, ein Schuss Digitalisierung. Kein Showcar, sondern ein Gebrauchsgegenstand, aufgeräumt, robust und zuverlässig – im Prinzip genau das, was sich viele Taxi-Fahrer wünschen.

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