Carsharing statt Taxi? Bayerischer Taxi-Verband warnt vor Risiken privater Fahrzeugvermietung
Der Landesverband Bayerischer Taxi- und Mietwagenunternehmen e.V. beobachtet die zunehmende Verbreitung von C2C-Carsharing-Plattformen wie SnappCar mit Interesse, aber auch mit Skepsis. Aus Sicht des Verbands handelt es sich um ein weiteres Angebot innerhalb der Mobilitätslandschaft, das jedoch nicht mit dem gewerblichen Personenverkehr vergleichbar ist. Die Plattform bringe für private Anbieter und Nutzer verschiedene Risiken mit sich und könne das Taxi nicht ersetzen.
Funktionsweise der Plattform
SnappCar ermöglicht Privatpersonen, ihre eigenen Fahrzeuge zur Vermietung anzubieten. Fahrzeughalter legen Preis, Freikilometer und Verfügbarkeit selbst fest. Buchung und Bezahlung erfolgen über die Plattform, die zudem einen Versicherungsschutz und Pannenhilfe während der Mietdauer anbietet. SnappCar finanziert sich über Service- und Versicherungsgebühren, die bei jeder Vermietung anfallen.
Auch in Bayern ist das Modell bereits vertreten, etwa in Städten wie Regensburg und Deggendorf. In ländlichen Gebieten bleibt das Angebot jedoch begrenzt.
Risiken und rechtliche Unsicherheiten
Der Verband weist darauf hin, dass private Kfz-Versicherungen den kommerziellen Einsatz eines Fahrzeugs in der Regel ausschließen. Damit ist unklar, ob im Schadensfall tatsächlich Versicherungsschutz besteht. Zudem besteht ein erhebliches Risiko durch missbräuchliche Nutzung, Vandalismus oder Diebstahl.
Aus der Praxis sind laut Verband Berichte über komplizierte und langwierige Schadensabwicklungen bekannt. Häufig müssen Selbstbeteiligungen vorfinanziert werden, während die Regulierung Wochen oder Monate dauern kann. Auch steuerliche Aspekte werden oft übersehen: Wer regelmäßig vermietet, muss die Einnahmen versteuern.
Darüber hinaus relativieren Zusatzkosten, Versicherungsgebühren und Kilometerbegrenzungen häufig den vermeintlich günstigen Tagespreis. Die tatsächlichen Kosten liegen damit höher, als es auf den ersten Blick scheint.
Keine Alternative zum Taxi
Nach Einschätzung des Landesverbands stellt SnappCar keine Konkurrenz für das Taxigewerbe dar. Die Plattform biete keine spontane Verfügbarkeit und keinen Fahrgastservice. Kunden müssen Fahrzeuge selbst abholen, fahren und zurückbringen – ein deutlicher Unterschied zum Taxi, das eine sofortige und komfortable Beförderung bietet. Für Kurzstrecken, spontane Fahrten oder mobilitätseingeschränkte Personen sei SnappCar daher keine praktikable Lösung.
Taxi bleibt verlässliche und sichere Mobilitätsform
Der Verband betont, dass das Taxi weiterhin eine zentrale Rolle im öffentlichen Verkehr spielt. Es ist jederzeit telefonisch, per App oder auf der Straße verfügbar und unterliegt klaren gesetzlichen Vorgaben – etwa Tarifpflicht, Beförderungspflicht sowie der regelmäßigen Kontrolle von Fahrzeugen und Fahrern.
Der Versicherungsschutz ist vollständig gewährleistet, und Fahrgäste profitieren von einer sicheren, komfortablen Tür-zu-Tür-Beförderung ohne organisatorischen Aufwand.
Fazit des Landesverbands
Aus Sicht des Landesverbands Bayerischer Taxi- und Mietwagenunternehmen e.V. kann Carsharing wie SnappCar einen ergänzenden Beitrag zur Mobilität leisten, ersetzt jedoch keine professionelle Personenbeförderung. Für die sichere und verlässliche Beförderung von Fahrgästen bleibt das Taxi unverzichtbar – als gesetzlich geregelte, geprüfte und verantwortungsvoll betriebene Mobilitätsform. (Quelle: Landesverband Bayerischer Taxi- und Mietwagenunternehmen e.V.)
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