Taxi-Bundesverband schickt Brandbrief an zwei Bundesminister

Der Bundesverband Taxi und Mietwagen machte den Bundeswirtschafts- und den Bundesfinanzminister auf die prekäre Situation des Taxi- und Mietwagen-Gewerbes in der Corona-Pandemie aufmerksam.

Den Taxi- und Mietwagenunternehmern gehen in der Corona-Pandemie besonders in den großen Städten viel zu viele Aufträge verloren, weshalb viele ihre Taxis abmelden müssen. (Foto: Gregor Soller)
Den Taxi- und Mietwagenunternehmern gehen in der Corona-Pandemie besonders in den großen Städten viel zu viele Aufträge verloren, weshalb viele ihre Taxis abmelden müssen. (Foto: Gregor Soller)
Dietmar Fund

Die Lage des Taxi- und Mietwagen-Gewerbes in der Corona-Pandemie ist dramatisch, weil seine Unternehmer trotz enormer Umsatzeinbrüche bei den staatlichen Hilfsprogrammen bisher leer ausgehen. Das ist die Kernaussage eines Brandbriefs, den der Bundesverband Taxi und Mietwagen (BVTM) an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Bundesfinanzminister Olaf Scholz sowie an Medienvertreter geschickt hat.

Der Verband rechne bis Ende 2021 bundesweit mit dem Verlust von etwa 12.000 Unternehmen und 80.000 Arbeitsplätzen, wenn das mobile Gewerbe keine staatlichen Hilfen bekämen, schrieben Vorstand, Präsidium und Geschäftsführung den beiden Bundesministern, die in den letzten Monaten mit jeder Menge Hilfsangebote auch für einzelne Branchen an die Öffentlichkeit gegangen sind. Der BVTM schreibt, Kurzarbeit funktioniere nicht, wenn ein Betrieb einer Betriebspflicht unterliege oder nur aus einem selbstfahrenden Unternehmer bestehe, also einem Soloselbständigen. Überbrückungshilfen würden die Finanzierungskosten nicht anerkennen, die einer der wichtigsten Ausgabenposten des Taxi- und Mietwagengewerbes seien. Personalkosten wiederum, die zwei Drittel der Betriebsausgaben darstellten, würden nur zu einem kleinen Teil an den Fixkosten anerkannt. Die fehlende Berücksichtigung sei für selbstfahrende Unternehmer dramatisch. Zu guter Letzt bekäme das mobile Gewerbe auch keine Novemberhilfen, obwohl die Schließung von Gastronomie und Hotellerie und das Verbot größerer Veranstaltungen zu bis zu 80prozentigen Umsatzeinbrüchen geführt hätten.

„Bitte helfen Sie unseren Unternehmen und den Beschäftigten!“, schreiben die sieben Verbandsvertreter. Sie erinnern die beiden Bundesminister daran, dass sie in der Bundespressekonferenz vom 13. März 2020 beide ausdrücklich auch Taxifahrerinnen und Taxifahrer als Zielgruppe der Hilfen genannt hätten. Ihr Appell schließt mit den Worten „Wir waren lange sehr geduldig und leidensfähig. Aber den Unternehmen geht die Luft aus. Bitte sorgen Sie dafür, dass diese Hilfen auch ankommen. Sie werden dringend benötigt!“

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