Blacklane-Symposium konfrontiert Uber mit dem Taxigewerbe
Im mobilen Gewerbe kann man als Newcomer auch Erfolg haben, wenn man sich am geltenden Ordnungsrahmen und dem Personenbeförderungsgesetz (PBeFG) orientiert. Diese Erfahrung gab Dr. Jens Wohltorf, einer der Gründer des Berliner Limousinendienstes Blacklane, beim Symposium „Mobilität im Wandel – Fortschritt oder Stillstand?“ weiter. Blacklane hatte dazu am 17. September 2014 viele Vertreter des Taxigewerbes und einiger neuer Dienstleister ins Berliner Hotel Ritz Carlton eingeladen. Auf der Teilnehmerliste standen rund 150 Personen.
Wohltorf wollte mit der Veranstaltung erklärtermaßen alle Player in einem wachsenden Mobilitätsmarkt zusammenholen, um mit ihnen etwaige Änderungen des Ordnungsrahmens zu diskutieren. Sie müssten seines Erachtens bei der Rückkehrpflicht für Mietwagen beginnen – ein Punkt, an dem Michael Müller, Präsident des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbands (BZP) vorsichtig Gesprächsbereitschaft signalisierte. Fabien Nestmann, der „Deutschland-Chef“ des Vermittlers Uber, erklärte in seinem Vortrag und in einem Podiumsgespräch, sein Unternehmen erwarte, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen an seine Vermittlung von Privatfahrern angepasst würden.
Diese mehrfach wiederholte Forderung wies Michael Müller in zunehmend schärfer werdenden Worten zurück. Dass Uber seine Einnahmen aus den Vermittlungsleistungen in Deutschland in den Niederlanden versteuere, sei ein eindeutiges Steuervergehen. Nachdem Uber-Vertreter Nestmann erklärt habe, Uber habe über seine App maximale Transparenz auch in Richtung der Fahrer, entgegnete der BZP-Präsident, jetzt werde es aber immer krimineller. Nestmann sagte daraufhin, das Gespräch werde für ihn und die anderen Beteiligten immer uninteressanter. Nestmann und Müller reichten sich nicht mehr die Hand, als sie das Podium verließen.
In seinem abschließenden Statement erklärte Müller, der BZP sei zu einem Dialog mit allen bereit, die sich rechtskonform verhielten. Man müsse eine scharfe Grenze zwischen Legalität und Illegalität ziehen. Er schätze seinen Vorstand so ein, dass man sich nicht auf jemanden zubewegen werde, der in der Illegalität arbeite.
Im Anschluss an das zweite Podiumsgespräch reichte Robert Henrichs von der moovel GmbH, in deren Mobilitätsplattform Blacklane und mytaxi integriert sind, in seinen Abschlussworten dem mobilen Gewerbe die Hand zur Zusammenarbeit. Insbesondere mit den Taxizentralen möchte er den Kunden ein „durchgängiges Kundenerlebnis“ bieten, gemeinsam nach fairen Lösungen suchen und im wachsenden Mobilitätsmarkt zusammen stärker werden.
Einen ausführlichen Bericht über die interessante Veranstaltung bringt taxi heute in der Ausgabe 11/2014.
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