Mit der App auf der grünen Welle

Ampeln sind die Taktgeber des urbanen Verkehrs. Sie stoppen, sie lassen passieren – oft im Wechsel, der mehr Frust als Fluss erzeugt. Die App „trafficpilot“ verspricht, diesen Rhythmus besser lesbar zu machen.

Entwickelt von der Münchner Firma GEVAS software, soll die App Autofahrern und Radfahrern helfen, die nächste Ampel bei Grün zu erreichen – durch gezielte Tempoempfehlungen und präzise Prognosen. Bild: GEVAS
Entwickelt von der Münchner Firma GEVAS software, soll die App Autofahrern und Radfahrern helfen, die nächste Ampel bei Grün zu erreichen – durch gezielte Tempoempfehlungen und präzise Prognosen. Bild: GEVAS
Thomas Kanzler

„Trafficpilot“ ist ein Ampelphasen-Assistent, der auf Echtzeitdaten basiert. Über GPS-Ortung und Kartendaten erkennt die App, welche Ampel als nächstes kommt, und berechnet, ob sie bei der aktuellen Geschwindigkeit bei Grün oder Rot erreicht wird. Ein farbiger „Rot-Grün-Teppich“ visualisiert diese Information, Grün bedeutet freie Fahrt, Rot signalisiert einen wahrscheinlichen Stopp. Graue Bereiche zeigen an, wenn die Prognose unsicher ist – etwa bei verkehrsabhängig geschalteten Ampeln.

Besonders hilfreich ist die Funktion „Time-To-Green“: Steht man an einer roten Ampel, zeigt die App die verbleibende Zeit bis zur nächsten Grünphase an. Eine Sprachausgabe informiert einige Sekunden vor dem Umschalten – ein Feature, das nicht nur den Fahrkomfort erhöht, sondern auch die Aufmerksamkeit auf die Straße lenkt.

Einsatz in deutschen Städten

In Düsseldorf ist „trafficpilot“ seit 2019 im Einsatz. Die App wurde im Rahmen des Projekts „Kooperative Mobilität im digitalen Testfeld Düsseldorf“ entwickelt und anschließend in den Realbetrieb überführt. Seit Juli 2019 läuft die App im Realbetrieb in der Innenstadt von Düsseldorf und steht für iOS- und Android-User kostenlos zur Verfügung. Mittlerweile wurde das Angebot auf weitere Städte in Deutschland (z. B. Frankfurt am Main und Kassel) und Österreich (z. B. Salzburg und Wien) ausgeweitet. Technische Umsetzung und Herausforderungen

Die App nutzt aktuelle Positionsdaten, um Rot-Grün-Prognosen für die jeweils nächste Ampel anzuzeigen. Diese wird als Rot-Grün-Teppich über die angezeigte Straße gelegt. Die Farbe um das zentrale Pfeil-Symbol zeigt an, ob die nächste Ampel bei Rot oder Grün erreicht wird. Die Einfärbung im oberen und unteren Bereich ist die Prognose, wenn man etwas schneller oder etwas langsamer fahren würde. Bei einem Stopp schaltet die Ansicht um und zeigt über der Haltelinie die erwartete Zeit bis zur Umschaltung der Ampel auf Grün. Bei aktivierter Sprachausgabe wird einige Sekunden vor Grünbeginn ein Hinweis ausgegeben. Ein Schritt in Richtung smarter Mobilität

„trafficpilot“ zeigt, wie digitale Technologien den urbanen Verkehr effizienter und umweltfreundlicher gestalten können. Die App bietet eine praktische Unterstützung für Autofahrer und Radfahrer, um Ampelstopps zu minimieren und den Verkehrsfluss zu verbessern. Allerdings hängt die Effektivität stark von der Verfügbarkeit und Qualität der Verkehrsdaten ab. In Städten mit gut integrierten Verkehrsmanagementsystemen kann „trafficpilot“ einen echten Mehrwert bieten. Bleibt zu hoffen, dass mehr Städte in die notwendige Infrastruktur investieren, um solche digitalen Helfer flächendeckend nutzbar zu machen. Denn nur mit einer umfassenden Datenbasis kann der Verkehr wirklich smart und nachhaltig gestaltet werden. tk

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Seite 7 | Rubrik Taxi-News
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