Mobidrom-Plattform für Mobilitätsdaten in NRW gestartet: Mehr Effizienz im Verkehr

NRW-Verkehrsminister Krischer nimmt die neue Plattform in Betrieb. Auf der sollen alle wichtigen Mobilitätsdaten zusammenlaufen und so einfacher nutzbar sein für Wirtschaft, Logistik und Reisende. Man erhofft sich bessere Informationen und neue Mobilitätslösungen. NRW nach BaWü zweites Land mit zentralen Mobilitätsdaten.

Wollen den Datenschatz heben: Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen (li.) und Jochen Harding, Geschäftsführer der NRW.Mobidrom. | Foto: Mobidrom
Wollen den Datenschatz heben: Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen (li.) und Jochen Harding, Geschäftsführer der NRW.Mobidrom. | Foto: Mobidrom
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Nordrhein-Westfalen hat eine zentrale Plattform für Mobililtätsdaten in Betrieb genommen und sieht darin einen entscheidenden Schritt in Richtung intelligenter und nachhaltiger Mobilität. Der Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW Oliver Krischer gab den Startschuss für die Plattform der eigenen Landesagentur für Mobilitätsdaten NRW.Mobidrom GmbH. Das System ist als ein offenes und diskriminierungsfreies System konzipiert, das auch mit anderen Systemen, Geräten oder Software kommunizieren kann, so der Anbieter. Das soll es ermöglichen, vielfältige Mobilitätsdaten an einer Stelle zu bündeln, weiterzugeben und in Mehrwerte für Wirtschaft, Logistik und Bürgerinnen und Bürger zu verwandeln, heißt es. Nötig seien die Daten auch, um Künstliche Intelligenz zu trainieren. Erst dann könne diese in verschiedenen Bereichen der Mobilität unterstützen, etwa in der Planung von Infrastruktur, in der Lenkung von Verkehr auf Straßen und Schienen und in der Fahrgastinformation. NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer macht sich für den praktischen Nutzen von Daten und KI im Verkehr stark.

"Mit der Datenplattform in unserer Landesagentur für Mobilitätsdaten NRW.Mobidrom schaffen wir die digitale Grundlage für den vernetzten Verkehr der Zukunft. Die Bündelung und Vernetzung von Daten ist eine wesentliche Voraussetzung für innovative, KI-gestützte Lösungen. Wirtschaft, Logistik und Bürgerinnen und Bürger im Land profitieren künftig von besseren Informationen in der Mobilitätsplanung und intelligenteren Verkehrsangeboten. Und das in Echtzeit", betonte Krischer bei der Eröffnung.

Eine Plattform für alle Mobilitätsdaten

Die Spanne der bereitgestellten Daten reicht von Fahrplan- und Echtzeitdaten des Öffentlichen Verkehrs bis hin zu Angaben zur Barrierefreiheit, Parkplatzkapazitäten, Angeboten für Sharing-Fahrzeuge sowie Baustellen- und Staumeldungen in der Stadt und den Autobahnen. Kommunen, Verkehrsunternehmen, private Anbieter, Wirtschaft und andere Organisationen können Daten auf die Plattform einspeisen. Gleichzeitig stehen die gebündelten Daten zur Weiterverwendung kostenfrei bereit, beispielsweise für Mobilitäts-Apps, Web-Portale, künftige KI-gestützte Mobilitätsdienste sowie für die kommunale Verkehrsplanung und -steuerung, so das Versprechen. Jochen Harding, Geschäftsführer der NRW.Mobidrom GmbH, präsentierte vor Ort die Funktionsweise der Plattform.

"Kommunen und Mobilitätsanbieter profitieren von der verbesserten Sichtbarkeit ihrer Daten und Angebote. Für Güter- und Logistikverkehr und Reisende bieten sich neue Planungsmöglichkeiten. Datennutzende erhalten gebündelte Datensätze von einem zentralen Ansprechpartner - kostenfrei, rechtssicher und qualitätsgesichert", warb Harding.

 

Als erste Anwender vor Ort berichteten Vertreter aus Dortmund, Essen und Witten sowie vom Leihroller-Anbieter Lime, wie eine Zusammenarbeit praktisch aussieht. Aktuell werden zahlreiche weitere Datenquellen angebunden. Parallel wird die Plattform bereits weiterentwickelt, insbesondere mit Blick auf die zukünftige Unterstützung des hochautomatisierten Fahrens. Ziel der Landesagentur für Mobilitätsdaten ist es, Mobilität in NRW vollständig datenbasiert planbar und nutzbar zu machen - im Ballungsraum genauso wie auf dem Land, skizziert Harding weiter.

Konkreter Nutzen für Wirtschaft, Logistik und Bürgerinnen und Bürger

Auch für die Wirtschaft sind diese Daten interessant - insbesondere für den Wirtschaftsverkehr und Lieferdienste. Je mehr und besser Echtzeitdaten zur Auslastung von Straßen und Baustellen vorliegen, desto besser können Betriebe ihre Transporte organisieren oder beispielsweise Pflegedienste die Reihenfolge zur Betreuung von Menschen planen. Das Unternehmen liefert zudem die technische Basis für eine neue Generation von Mobilitätslösungen. Dazu zählen beispielsweise KI-Anwendungen, die Verkehrsströme auf unseren Straßen oder Fahrgastströme in Echtzeit analysieren. 

 

Damit ist es möglich, automatisierte Empfehlungen für eine bedarfsgerechte Bereitstellung von Fahrzeugen auszusprechen oder automatisiert Routen vorzuschlagen, werben die Verantwortlichen. Die Plattform ist dafür offen angelegt und schafft mit der Bereitstellung umfassender und qualitativ hochwertiger Daten die Grundlage dafür, dass z. B. auch Start-ups innovative Services für ihre Kunden entwickeln können, so die Macher weiter.

"Mit der Landesagentur für Mobilitätsdaten - MOBIDROM - setzen wir in NRW ein klares Zeichen: Wir vernetzen, vereinfachen und modernisieren Mobilität - und zwar so, dass alle davon profitieren. Wir sind zusammen mit Baden-Württemberg das zweite Bundesland, das über eine solche zentrale Einrichtung verfügt. Darauf sind wir stolz!"

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