Fünf Jahre „Mr. Taxi“ – Patrick Meinhardt verlässt den TMV
In München verabschiedete ihn TMV-Präsident Thomas Kroker persönlich – mit einem Blick zurück auf eine Phase, in der der Verband sichtbar an Kontur gewonnen hat. Kroker nennt Meinhardt „das Gesicht des TMV in Berlin“. Tatsächlich war der ehemalige FDP-Bundestagsabgeordnete dort Dauergast: im Bundestag, in Ministerien, bei Verbänden und Veranstaltungen. Seine Stärke sei das Netzwerken, sagt Kroker. Ein greifbares Beispiel: Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder empfing in diesem Jahr das TMV-Präsidium und die Taxiinnung Berlin anlässlich deren 125-jährigen Bestehens. Bei politischen Terminen sei Meinhardt schon mal als „Mr. Taxi“ begrüßt worden. Intern prägte Meinhardt ebenfalls vieles. Der häufig zitierte Slogan „TMV = Tun + Machen + Vernetzen“ stammt von ihm. Auch die Idee eines Think Tanks, das Format „TMV direkt“ mit zahlreichen Politikerinnen und Politikern, die Profile „TMV aktuell“ und „TMV intern“ sowie die Initiative der Taxibotschafter gehen auf ihn zurück.
Meinhardt selbst spricht von einem Tag mit „lachendem und weinendem Auge“. Er blickt auf viel Begegnung zurück: Unternehmerinnen und Unternehmer, Fahrerinnen und Fahrer, engagierte Vertreterinnen und Vertreter aus den Landesverbänden. „Wer einmal das Taxi-Gen verinnerlicht hat, bleibt verbunden“, sagt er.
Neue Aufgaben
Leerlauf wird es nicht geben. Seine Beratungsagentur erfährt steigende Nachfrage, und für 2026 kündigen sich zwei neue Bundesverbände an, an deren Gründung er mitwirken soll – einer mit Fokus auf Bildung, einer zur Stärkung des Mittelstands. Dazu kommen Ämter, denen er künftig mehr Zeit widmen möchte: der Ratsvorsitz in der Stiftung für Grundwerte und Völkerverständigung sowie der Vorsitz einer großen evangelischen Kirchengemeinde in Berlin. Und: Ganz ohne Branche werde es auch künftig nicht gehen, ahnt er.
Selbstbewusste Zukunft
Zum Abschied richtet Meinhardt noch einen Appell an das Gewerbe. Die Branche solle selbstbewusst auftreten und Zukunftsthemen wie alternative Mobilität oder autonomes Fahren aktiv besetzen. Regulierung, Mindesttarife und konsequentes Vorgehen gegen Sozialbetrug seien Voraussetzung für fairen Wettbewerb gegenüber Plattformanbietern wie Uber. Zugleich fordert er mehr Offenheit für Innovation und Digitalisierung – und einen stärkeren Blick nach Europa.
Auch verkehrspolitisch sieht er offene Baustellen: Das ÖPNV- und Inklusionstaxi müsse Realität werden, das Taxi beim Deutschlandticket berücksichtigt und über Regionalisierungsmittel gefördert werden.
Meinhardt lässt keinen Zweifel daran, dass er dem Gewerbe verbunden bleibt. Sein persönliches Schlusswort gilt dem Verbandsmotto: „Tun + Machen + Vernetzen“ – seinen Leitfaden, den er dem TMV weiter mitgibt.tk
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