TMV bei Mercedes-Benz in Düsseldorf – Der "Taxi-Stern" glänzt wieder

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Guten Tag,

Sternstunden und Steckdosen

Es ist fast schon wie eine alte Ehe: Man kennt sich ewig, man hat viel erlebt – und zwischendurch zieht einer aus, um „sich neu zu orientieren“. Mercedes und das Taxi waren so ein Paar. Jahrzehntelang unzertrennlich, dann plötzlich Funkstille. Umso größer das Staunen, als es nun aus Düsseldorf heißt: Man darf bei Mercedes wieder „Taxi“ sagen, ohne dass jemand nervös auf den Fluchtplan schaut.

Der Besuch des Taxiverbandes TMV bei Mercedes in Düsseldorf ist wie eine vorsichtige Annäherung der beiden ehemaligen Partner. Es gab eine Zeit, als der Mercedes fast automatisch vor dem Taxistand stand. Dann kam die Phase, in der man in Stuttgart das Taxi offenbar für ein etwas zu bodenständiges Hobby hielt. „Premium“ klang schick, nur passte das Taxi da plötzlich nicht mehr ins Bild. Dass der Stern trotzdem in vielen Fuhrparks blieb, hat weniger mit Nostalgie zu tun als mit nüchterner Rechnung: Die Autos halten, fahren bequem und kommen beim Fahrgast an. Aber Loyalität braucht Pflege. Vielleicht ist der Besuch des TMV bei Mercedes ja der Anfang einer Therapie¬sitzung für eine ziemlich lange Beziehungskrise.

Während also wieder vorsichtig alte Gefühle keimen, klopft von der anderen Seite die Zukunft an – mit dem Ladekabel in der Hand. Eine neue Geotab-Studie bringt für viele eine kleine Erleichterung: Die Autobatterien zerbröseln nicht über Nacht. Im Schnitt verlieren sie gut zwei Prozent Kapazität pro Jahr. Das ist kein Drama, eher normales Altern. Nicht das Wetter, nicht die Nutzung allein, sondern vor allem die Ladeleistung entscheidet über das Tempo des Alterns. Wer ständig mit über 100 kW lädt, lässt die Batterie schneller altern als jemand, der öfter gemütlich mit Wechselstrom lädt. Das klingt banal, ist im Alltag aber ein echter Spagat: Der Betrieb will Autos, die sofort wieder rausfahren. Die Batterie hätte es gern etwas entspannter. Vielleicht liegt genau darin die neue Kunst des Taxiunternehmers: weniger Bauchgefühl, mehr Strategie. Nicht immer Vollgas an der Ladesäule, sondern so viel wie nötig und so wenig wie möglich. Die Studie sagt im Grunde: Man darf sein Auto ruhig benutzen, auch intensiv. Man sollte ihm nur nicht permanent Stress machen.

Auf der einen Seite der alte Stern, der wieder vorsichtig Richtung Taxistand schielt. Auf der anderen Seite die noch recht neue Elektrowelt, die den Taxiunternehmer zwingt, über Ladepläne nachzudenken wie früher über Schichtpläne. Beides hat mit demselben Thema zu tun: Vertrauen. Vertrauen in Hersteller, dass sie das Taxi-Gewerbe ernst nehmen. Und Vertrauen in die Technik, dass sie einen nicht nach drei Jahren im Stich lässt.

Thomas Kanzler
Chefredakteur taxi heute

Thomas Kanzler
Chefredakteur (V.i.S.d.P.)

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