Showdown im Löwenbräukeller - Taxi München eG trifft sich heute zur außerordentlichen Generalversammlung
Guten Tag,
Im Löwenbräukeller brodelt’s
Wenn sich Taxifahrer zur Generalversammlung im Löwenbräukeller versammeln, dann ist das selten ein Zeichen für stille Einkehr bei Haxn und Helles. Heute ist wieder so ein Tag: Die Taxi München eG, einst Vorzeige-Genossenschaft des Taxigewerbes, trägt ihren inneren Richtungsstreit mit der ganzen Wucht bajuwarischer Prinzipientreue nach außen. Es geht – wie immer in solchen Fällen – ums große Ganze und ums ganz Persönliche. Um Macht, um Moral, um Uber.
Im Zentrum steht die Frage: Wie viel Nähe zur Plattformökonomie ist für eine Genossenschaft noch tragbar, ohne sich selbst zu verleugnen? Der Vorstand sagt: gar keine. Drei Aufsichtsräte fahren mit ihren Taxen für Uber – für den Vorstand ein Verrat am Kerngeschäft. Die Aufsichtsräte wiederum sehen das anders und kontern mit Abwahlforderungen gegen den Vorstand.
Während also im Festsaal des Löwenbräukellers über Satzung und Integrität gestritten wird, herrscht in Berlin verkehrspolitische Gesprächskultur. Hermann Waldner und Michael Oppermann sitzen mit Michael Donth zusammen und sprechen über die Zukunft des Gewerbes: Integration ins ÖPNV-System, Förderung emissionsfreier Flotten, Vereinfachung beim Eichrecht.
Und doch gehören beide Szenen zusammen. Beim Gespräch des BVTM mit Michael Donth geht es um Strukturen und Gesetzmäßigkeiten des Gewerbes, in München wird derweil um die Deutungshoheit gerungen – in beiden Fällen geht es um die Zukunft des Taxis. Vielleicht steht der Konflikt in München symbolisch für ein Gewerbe im Selbstfindungsprozess? In diesem Sinne - Gute Fahrt – und den Mitgliedern der Taxi München eG einen klaren Kopf bei der Abstimmung!
Thomas Kanzler
Chefedakteur taxi heute
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