Ein Fall von Stil und Haltung – oder was das Uber-Sponsoring eines Presseballs über Mobilität verrät
Beides ist im Taxigewerbe seit jeher hart erarbeitet, nicht selten unter hohem Druck. Wenn nun ausgerechnet Uber, ein Unternehmen, das immer wieder mit illegalen Praktiken, mangelnder Kontrolle und Schwarzarbeit in Verbindung gebracht wird, als Sponsor des Bundespresseballs auftritt, bleibt eine Frage offen: Was will die Bundespressekonferenz damit sagen?
TMV: Gerade in Berlin ist die Misere deutlich sichtbar
Der offene Brief des Taxi- und Mietwagenverbands Deutschland (TMV), adressiert an den Vorstand der Bundespressekonferenz, ist in Ton und Inhalt ungewöhnlich scharf – und doch nachvollziehbar. Dort ist von einem „Schlag ins Gesicht des ehrlichen Mittelstands“ die Rede, von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in Berlin, von über 1.700 illegalen Mietwagen, die von Uber vermittelt worden sein sollen. Der Verband fühlt sich verraten von einer Institution, die laut eigener Satzung „der Wahrheit verpflichtet“ ist.
Ein Blick auf den Bundespresseball selbst zeigt: Es geht nicht nur um Tanz und Gespräche bei Canapés, sondern um eine symbolische Plattform für Transparenz, Vertrauen und Verantwortung im öffentlichen Diskurs. Dass Uber dort – wie auch 2024 – als Mobilitätspartner agiert, ist mehr als eine logistische Entscheidung. Es ist ein Statement. Eines, das vielen in der Branche sauer aufstößt.
Deutliches Ungleichgewicht im Wettbewerb
Während Taxiunternehmen in aufwändige Prüfverfahren und Tarifvorgaben eingebunden sind, vermittelt Uber Fahrer ohne ausreichende Kontrolle. Denn es wird schnell deutlich: wenn diese Kontrollen – wie in Berlin durch das LABO in geschehen - verschärft werden, offenbaren sich Abgründe. In Berlin ist der Zoll ist involviert, die Ermittlungen laufen. Und gerade in Berlin soll nun Uber als Sponsor des Bundespresseballes auftreten? Ist das vermeintliche Prestige eines Tech-Giganten für manche offenbar verführerisch genug, um Kritik auszublenden?
Dabei wäre das Taxigewerbe – wie der TMV betont – bereit, einzuspringen. Sauber, zuverlässig und gesetzestreu. Man bietet sogar Gespräche an, eine Partnerschaft auf Augenhöhe. Ein „Auto-Test“ der besonderen Art, möchte man sagen: Uber glänzt mit App-Design, das Taxigewerbe mit Substanz.
Am Ende bleibt ein Testurteil, das weniger mit Fahrkomfort oder Verbrauch zu tun hat, sondern mit Prinzipien. Die Presse als vierte Gewalt lebt vom Vertrauen. Wenn sie sich von einem Anbieter sponsern lässt, der gegen eben jene Regeln verstößt, die sie täglich bei anderen einfordert, stellt sich die Frage, ob die Veranstalter dem hohen Anspruch des Bundespresseballes gerecht werden.
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