Viele Unfälle durch abgelenkte Fahrer

Das Allianz Zentrum für Technik hat in einer Studie herausgefunden, dass das Eintippen von Daten und andere fahrfremde Tätigkeiten höchst gefährlich sind.
Dietmar Fund

Jeder zehnte Verkehrsunfall in Deutschland wird maßgeblich durch einen abgelenkten Fahrer verursacht. Die Ablenkung des Lenkers spielt bei 30 Prozent aller Verkehrsunfälle eine Rolle. Darauf weisen die Unfallforscher des Allianz Zentrums für Technik (AZT) hin. Sie geben den Rat, Gegenstände, die verrutschen könnten, vor Fahrtantritt zu sichern, die Zieleingabe für das Navi ebenfalls im Stand zu erledigen und den passenden Sender nicht erst während der Fahrt einzustellen.

Bei einer repräsentativen Befragung von Autofahrern in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat das AZT ermittelt, dass 54 Prozent der Befragten die Zieldaten erst während der Fahrt ins Navi eingeben. Da sie dazu mehrmals mehr als eine Sekunde lang auf das Display blicken müssten, sei die damit verbundene Ablenkung höchst gefährlich. Bei Tempo 50 lege das Fahrzeug 13,8 Meter pro Sekunde zurück. Bei einer Reaktionszeit von einer Sekunde bremse ein so abgelenkter Fahrer also doppelt so spät wie ein voll auf den Straßenverkehr konzentrierter, warnen die Unfallforscher.

Die Liste der zehn wichtigsten Ablenkungsquellen führt eine Tätigkeit an, die Taxifahrern vertraut sein dürfte: das Annehmen eines Gesprächs über die Freisprecheinrichtung. Das Anrufen, das man seinen Fahrgästen eigentlich ersparen sollte, rangiert nur auf Platz vier hinter dem Ablesen des Navis und dem angeregten Musikhören. Ein intensives Gespräch mit Mitfahrern liegt auf Platz fünf.

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