Tesla rollt Robotaxis aus – erster Praxistest mit Model Y in Austin

(dpa) Tesla wagt den Schritt in den Robotaxi-Markt, setzt aber auf ein ungewöhnliches Technik-Konzept. Während die Konkurrenz auf Sensoren setzt, vertraut Tesla allein auf Kameras – mit Risiken und möglichen Vorteilen. Ein Überblick über das Pilotprojekt.

Tesla startet mit einem Pilotprojekt für autonomes Fahren unter begrenzten Bedingungen. | Foto: Andreas Arnold via dpa
Tesla startet mit einem Pilotprojekt für autonomes Fahren unter begrenzten Bedingungen. | Foto: Andreas Arnold via dpa

Tesla hat in der texanischen Hauptstadt Austin den Betrieb eines eigenen Robotaxi-Dienstes aufgenommen. Der Start erfolgt in einem begrenzten Umfang: Aktuell sind lediglich 10 bis 20 Fahrzeuge des Modells Tesla Model Y im Einsatz. Die Testphase ist auf einen kleinen Teil der Innenstadt beschränkt.

Zugang nur für ausgewählte Nutzer

Das Angebot richtet sich zunächst ausschließlich an eine ausgewählte Nutzergruppe. Tesla hat dafür vor allem dem Unternehmen nahestehende Online-Influencer eingeladen. Die Buchung der Fahrten erfolgt über eine App.

Fahrzeuge mit Aufsichtspersonen und Fernzugriff

Obwohl die Robotaxis ohne Fahrer unterwegs sind, befindet sich derzeit bei jeder Fahrt ein Tesla-Mitarbeiter auf dem Beifahrersitz. Dieser kann im Notfall eingreifen und das Fahrzeug stoppen. Zudem müssen sich Passagiere vor Fahrtantritt beim Tesla-Mitarbeiter vor Ort anmelden. Teilweise werden die Fahrzeuge von Begleitfahrzeugen überwacht. Nach Berichten einzelner Nutzer kann zusätzlich auch eine Fernsteuerung der Fahrzeuge erfolgen.

Technik ausschließlich kamera­basiert

Tesla setzt beim autonomen Fahren ausschließlich auf Kameratechnik. Auf den Einsatz von LiDAR-Sensoren, die viele andere Anbieter zur Umgebungserfassung nutzen, verzichtet das Unternehmen bewusst. Nach Angaben von Firmenchef Elon Musk verfügen viele neue Tesla-Modelle bereits über die notwendige Hardware für vollständig autonomes Fahren.

Spezialfahrzeug ab 2026 geplant

Die aktuell eingesetzten Fahrzeuge sind Serienmodelle mit ergänzenden Funktionen. Für das kommende Jahr ist die Produktion eines speziell für den Robotaxi-Betrieb konzipierten Fahrzeugs ohne Lenkrad und Pedale geplant.

Wettbewerb mit etablierten Anbietern

Mit dem Start tritt Tesla in Konkurrenz zu etablierten Robotaxi-Anbietern wie Waymo, einer Tochter von Alphabet. Waymo betreibt in Austin über 1.500 Fahrzeuge, die vollständig autonom und ohne Aufsichtsperson im Fahrzeug unterwegs sind. Der Dienst ist in einem deutlich größeren Stadtgebiet aktiv und kommt auf über 250.000 Passagierfahrten pro Monat. Im Unterschied zu Tesla setzt Waymo auf eine Kombination aus Kameras, Radar und LiDAR-Technologie.

Zweifel an technischer Umsetzbarkeit

Branchenexperten äußern weiterhin Zweifel an Teslas Ansatz, ausschließlich mit Kameras zuverlässige autonome Fahrfunktionen zu ermöglichen. Sollte der Ansatz dennoch erfolgreich sein, könnte Tesla einen erheblichen Kostenvorteil im Robotaxi-Markt erzielen. Das Unternehmen strebt laut eigenen Angaben langfristig einen Marktanteil von über 90 Prozent in diesem Bereich an.

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