Autofahrer sollten ruhiger und umsichtiger ausparken

Eine Studie des Allianz Zentrums für Technik und des Zulieferers Continental plädiert auch für Assistenzsysteme, die automatisch bremsen.
Dr. Johann Gwehenberger (v. r.) und Dr. Christoph Lauterwasser sowie Wolfgang Fey von Conti gaben wertvolle Hinweise zum sicheren Rangieren. (Foto: Dietmar Fund)
Dr. Johann Gwehenberger (v. r.) und Dr. Christoph Lauterwasser sowie Wolfgang Fey von Conti gaben wertvolle Hinweise zum sicheren Rangieren. (Foto: Dietmar Fund)
Dietmar Fund

Deutschlands Autofahrer haben in den letzten zehn Jahren 30 Prozent mehr Park- und Rangierunfälle verursacht, weil sie eilig rückwärts ausparken wollten und dabei nicht genügend auf ihre Fahrzeugecken und das Umfeld achteten. Daher sollten sie beim Manövrieren gelassen bleiben, sich immer wieder umschauen und sich nicht einfach voll auf ihre „Parkpiepser“ verlassen.

Diese Schlüsse kann man aus einer Studie des Allianz Zentrums für Technik (AZT) und des Zulieferers Continental ziehen, die am 5. Mai 2015 in Ismaning vorgestellt wurde. Wie der Projektleiter des AZT, Dr. Johann Gwehenberger, bei der Präsentation erläuterte, beträgt der Anteil der Park- und Rangierunfälle an den Sachschäden im Haftpflicht-Bereich 44 Prozent und bei der Vollkasko 39 Prozent. Daher suchten die Versicherer und die Zulieferer nach Lösungen, die die vielen typischerweise zwischen 1.000 und 3.000 Euro liegenden Streifschäden verhindern könnten.

Bei der Analyse von fast 3.500 Verkehrsunfällen im niedrigen Geschwindigkeitsbereich zeigte sich, dass das Rückwärtsfahren beim Ausparken zu den meisten Schäden führt. Gefährdet ist dabei besonders die vom Fahrer am weitesten entfernte rechte hintere Ecke des Fahrzeugs, gefolgt von der rechten Flanke und dem vorderen rechten Kotflügel. Weil heute häufig verbaute Ultraschall-basierte Warnsysteme diese Bereiche nicht abdecken, sollten sich die Autofahrer nicht blindlings auf sie verlassen. Wie die Studie zeigte, haben diese Systeme nur einen begrenzten Nutzen. Den Nutzen von Rückfahrkameras konnten die Forscher aus ihren Daten noch nicht ermitteln.

Sowohl Wolfgang Fey von Continental als auch die Unfallforscher des AZT plädieren für umfassendere Kamerasysteme, die den ganzen Bereich um das Fahrzeug herum erfassen und beim Auftauchen von Hindernissen automatisch bremsen. Einen ausführlichen Bericht über die Erkenntnisse der Studie bringt taxi heute in Kürze.

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