Kreative Ideen zur Hygiene im Taxi

Während Taxifahrer in Bad Oeynhausen mit Mundschutz unterwegs sind, schützt eine Unternehmerin aus Kaarst ihre Taxifahrer mit dicken Folien aus dem Baumarkt vor der Ansteckung mit dem Corona-Virus.

Mit einer Querstange aus der Gartenabteilung und dicker Plastikfolie aus dem Baumarkt versucht das Taxiunternehmen Lesmeister, die Fahrer vor einer Ansteckung durch Fahrgäste zu schützen. (Foto: Tanja Lesmeister)
Mit einer Querstange aus der Gartenabteilung und dicker Plastikfolie aus dem Baumarkt versucht das Taxiunternehmen Lesmeister, die Fahrer vor einer Ansteckung durch Fahrgäste zu schützen. (Foto: Tanja Lesmeister)
Dietmar Fund

Tanja Lesmeister vom Familienunternehmen Taxi- und Limousinenservice Lesmeister aus Kaarst und Korschenbroich schützt ihre Fahrerinnen und Fahrer jetzt mit einer „Baumarkt-Lösung“ vor der Ansteckungsgefahr über die Tröpfcheninfektion. Sie hat für rund zehn Euro pro Fahrzeug dicke durchsichtige Folien als Meterware besorgt. Die Folie wird auf das Fahrzeug zugeschnitten und bei den meisten Fahrzeugen mit einer Rank-Stange aus der Gartenbauabteilung am Dachhimmel befestigt. Im Fußraum hängt die Folie oder sie wird per Klebeband an den Vordersitzen oder der Seitenverkleidungen festgemacht. Mit Aushängen an der Beifahrertüre bitten die Fahrer um Verständnis dafür, dass der Beifahrersitz einstweilen nicht mehr besetzt werden darf.

Lesmeister setzt diese Lösung in Opel Zafira, VW Caddy, E-Klassen, Vito und in einem Toyota Proace-Kleinbus ein. Bei der E-Klasse beispielsweise nutzt sie die vorderen Haltegriffe zur Verankerung der Folie. Ihrer Erfahrung nach würden sich sogar durchsichtige Tischdecken-Folien eignen, die aber weniger robust seien, erklärte sie auf Anfrage von taxi heute. Für Krankenfahrten trennt das Unternehmen in seinen größeren Fahrzeugen sogar zwei hintere Sitzplätze mit einer längs angebrachten Folie voneinander ab.

Die Taxiunternehmer aus Bad Oeynhausen schützen ihre Fahrer derzeit, indem die Fahrgäste gebeten werden, nur hinten einzusteigen. Wenn zwei gleichzeitig einsteigen, werden sie ebenfalls gebeten, auf der Rücksitzbank Platz zu nehmen. Ausgestattet sind sie außerdem mit einem Mundschutz, mit Handschuhen und mit Hygiene-Handtüchern. Das berichtete der Taxiunternehmer Bernd Gehlhaus stellvertretend für seine Kollegen gegenüber der Lokalzeitung Neue Westfälische.

Wie die Zeitung weiter berichtete, hätten sich die Unternehmer der Stadt darauf geeinigt, Besorgungsfahrten für Ältere und Kranke „zum kleinen Preis“ anzubieten. Sie hoffen, mit solchen Maßnahmen die Entlassung langjähriger Mitarbeiter vermeiden zu können.

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