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Ab Tempo 50 wird es für Fußgänger richtig gefährlich

Der Verkehrsunfallforscher Prof. Dipl.-Ing. Dietmar Otte schilderte bei einem Presseseminar des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) den heute guten Schutz von Fußgängern bei Unfällen bis 50 km/h und die drastischen Folgen, die schon bei wenigen km/h mehr drohen.
Der Unfallforscher Prof. Dipl.-Ing. Dietmar Otte betonte, dass die Unfallfolgen bei mehr als 50 km/h dramatisch zunehmen. (Foto: Dietmar Fund)
Der Unfallforscher Prof. Dipl.-Ing. Dietmar Otte betonte, dass die Unfallfolgen bei mehr als 50 km/h dramatisch zunehmen. (Foto: Dietmar Fund)
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Dietmar Fund

Bei einer Kollision eines Pkw mit bis zu 40 km/h hat ein Fußgänger heute große Chancen, mit leichten Verletzungen davonzukommen. Auch bis 50 km/h wird keiner mehr schwer verletzt oder getötet. Darüber aber wird jede Geschwindigkeitssteigerung kritisch, denn die kinetische Energie, die Unfallgegner bei einer Kollision aushalten müssen, steigt exponentiell mit der Geschwindigkeit. Bei Tempo 70 ist sie schon doppelt so hoch wie bei 50 km/h. Dasselbe gilt für den Sprung von Tempo 30 zu Tempo 50. Das erklärte der Verkehrsunfallforscher Prof. Dipl.-Ing. Dietmar Otte am 21. Juni 2018 in Lüdenscheid bei einem Presseseminar des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR).

Auf Anfrage von taxi heute ergänzte Otte, man müsse Abschnitte, an denen innerorts 60 km/h oder 70 km/h als Höchstgeschwindigkeit erlaubt seien, kritisch beobachten, damit dort keine Konfliktsituationen entstünden. Oberhalb von 70 km/h seien die meisten Fußgänger bereits tot oder lebensgefährlich verletzt. Daher seien Fahrerassistenzsysteme, die die Aufprallgeschwindigkeit verringerten, sehr sinnvoll. Außerorts sollten an Konfliktpunkten maximal 70 km/h erlaubt sein.

Wie Otte in seinem Referat auch darlegte, können Menschen nur Beschleunigung und Verzögerung wahrnehmen, nicht aber eine konstante gefahrene Geschwindigkeit. Wie hoch die sei, merke man oft erst, wenn man plötzlich bremsen müsse.

Eine der Erkenntnisse Ottes ist auch für Taxifahrer interessant, die sich mit dem Radeln fit halten: Schon ab einem Alter von 40 Jahren treten bei Fahrradunfällen häufiger Schädel-Hirn-Trauma auf. Die Schutzwirkung eines Helms sei daher im höheren Alter noch höher und insbesondere wegen der mit Pedelecs gefahrenen höheren Geschwindigkeiten noch wichtiger.

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