Unachtsamer Spurwechsler haftet alleine

Beim Spurwechsel auf der Autobahn ist es unerheblich, wie schnell ein überholendes Fahrzeug bei einer Kollision ist, urteilte das Landgericht Kiel.
Vor einem Spurwechsel sollte man nicht erst in letzter Minute in den Rückspiegel und über die Schulter schauen, sonst bleibt man bei einer Kollision auf den Kosten sitzen. (Foto: Dietmar Fund)
Vor einem Spurwechsel sollte man nicht erst in letzter Minute in den Rückspiegel und über die Schulter schauen, sonst bleibt man bei einer Kollision auf den Kosten sitzen. (Foto: Dietmar Fund)
Dietmar Fund

Wenn jemand auf der Autobahn schneller als mit der Richtgeschwindigkeit 130 km/h unterwegs ist, wird ihm bei einer Kollision in den meisten Fällen eine Mitschuld zugesprochen. Anders war dies in einem Fall mit dem Aktenzeichen 13 O 130/15, den das Landgericht Kiel zu verhandeln hatte. Es sprach einem Autofahrer die volle Schuld zu, weil er bei einem Spurwechsel die erforderliche Sorgfalt missachtet habe und daraufhin mit einem 160 bis 180 km/h schnellen Fahrzeug auf der Überholspur zusammengestoßen war. Das Gericht konnte keinen Zusammenhang zwischen dieser Geschwindigkeit und der Höhe des entstandenen Schadens erkennen.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Fahrer erst zum Überholen angesetzt habe, als die Überholende fast schon neben ihm gewesen war. Das werde aus den Schäden an den Fahrzeugen deutlich und gehe auch aus der Unfallbeschreibung der Polizeibeamten vor Ort hervor. Gegen den ausscherenden Fahrer sprach auch, dass er zuerst einen Bußgeldbescheid akzeptiert und dann geklagt hatte.
 

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