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Fords Plug-in-Hybrid taugt nicht als Großraum-Taxi

Die rein elektrische Reichweite ist zu gering, der Benziner zu lahm und schnell laden kann man das teure Fahrzeug auch nicht.

Der Ford Tourneo Custom Bus ist ein komfortables Shuttlefahrzeug, aber nur mit Dieselmotor und nicht als Plug-in-Hybrid. (Foto: Dietmar Fund)
Der Ford Tourneo Custom Bus ist ein komfortables Shuttlefahrzeug, aber nur mit Dieselmotor und nicht als Plug-in-Hybrid. (Foto: Dietmar Fund)
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Dietmar Fund

Auf einen praktikablen Transporter mit Hybridantrieb müssen Taxi- und Mietwagenunternehmer noch weiter warten. Das zeigte die Fahrvorstellung des Ford Tourneo Custom Bus Plug-in-Hybrid (PHEV) am 10. Dezember 2019 in Ismaning.

Nach dem Drehen des Zündschlüssels und der Bereit-Meldung im Cockpit lässt sich der PHEV zunächst wie ein normales Automatikfahrzeug bedienen. Man legt die Fahrstufe D ein und schon rollt er elektrisch los, sofern die Batterie noch genügend geladen ist. Gangwechsel kennt das Fahrzeug nicht, das immer vom Elektromotor angetrieben wird. Im Automatik-Modus wechselt der elektrische Antrieb unauffällig und leise zwischen seinen zwei Quellen: der Fahrbatterie und dem kleinen Dreizylinder-Benziner, der sie auflädt. Innerorts beschleunigt der Custom Bus verhalten und speist merklich Bewegungsenergie in die Batterie zurück, sobald man vom Gas geht. Im Modus L kann man sogar nur mit dem Gaspedal alleine fahren und anhalten.

Mit dem guten Geräuschkomfort ist es allerdings jenseits der Ortsschilder vorbei, weil für Landstraßen-Geschwindigkeiten der Ottomotor mit 1,0 Liter Hubraum mitläuft. Schaltet man per Fahrmodus-Taste auf das Aufladen der Batterie, steigert er seine Drehzahl ebenso wie wenn man Vollgas gibt. Das ist dann bei einer Systemleistung von 92,9 kW/126 PS mit viel Geräusch, aber wenig Beschleunigung verbunden. Der Plug-in-Hybrid hat für Überholvorgänge kaum Reserven. Seine Höchstgeschwindigkeit ist auf 120 km/h begrenzt.

Da Ford den Laderaum nicht durch die Batterien beeinträchtigen wollte, ist deren Kapazität auf 13,6 kWh begrenzt. Das reicht nach dem aktuellen Mess-Standard WLTP im Elektro-Modus beim Tourneo Custom PHEV gerade mal für eine kombinierte Reichweite von 40,4 Kilometer und innerorts, wo mehr rekuperiert wird, auch nur für 50,4 Kilometer. In Verbindung mit dem 54-l-Tank gibt Ford als Gesamt-Reichweite „über 500 Kilometer“ nach dem unrealistischeren alten Standard NEFZ an.

Als weitere Erschwernis für den Einsatz als Taxi oder Mietwagen kommt hinzu, dass der Tourneo PHEV nur an 230-Volt-Steckdosen und mit einem Typ-2-Stecker an Wallboxen mit Wechselstrom geladen werden kann. Das sorgt an der Steckdose für eine Ladezeit von 4,3 Stunden und an Wallboxen von 2,7 Stunden für die volle Aufladung der Batterie.

Den Ford Tourneo Custom Bus gibt es nur in der Länge L1 und in der ziemlich umfangreichen Ausstattungsvariante „Titanium“ für 60.420 Euro (ohne MwSt.). Das dürfte die Freude der mobilen Branche an einem Antriebskonzept weiter dämpfen, das prinzipiell mit dem des sechssitzigen LEVC-Taxis vergleichbar ist. Wer einen komfortabel gefederten, flexibel bestuhlten Bus mit etwas hohen Einstiegen und passablem Kofferraum für Schüler- oder Transferfahrten gebrauchen kann, muss also weiterhin auf ein Diesel-Modell des Ford Tourneo Custom zurückgreifen.

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