E-Klasse-Facelift bringt Taxlern nur wenig Wichtiges

Etwas aufwändigere Optik, hübsche Bildschirme, ein neues Bediensystem und ein neuer Top-Diesel zeigen, dass sich die Modellpflege bei der E-Klasse garantiert nicht an den Kern-Bedürfnissen der Taxi- und Mietwagenunternehmer orientiert hat.

Das retuschierte Modell erinnert stark an die bisherige Generation, was gut für den Wiederverkaufswert sein dürfte. (Foto: Daimler AG)
Das retuschierte Modell erinnert stark an die bisherige Generation, was gut für den Wiederverkaufswert sein dürfte. (Foto: Daimler AG)
Dietmar Fund

Die Optik der bisherigen Ausstattungslinie Avantgarde ist die Basisausstattung auch des Brot-und-Butter-Taxis E-Klasse geworden. Sie hat nun grundsätzlich neu geformte LED-Scheinwerfer, deren Technik schon bisher zu den Sondermodellen „Das Taxi“ gehört hat, sowie neue LED-Heckleuchten. Im Inneren sind zwei Bildschirme anstelle normaler Armaturen jetzt serienmäßig, ebenso das Bediensystem MBUX. In die Lenkräder sind auch Touch-Flächen zum Wischen eingezogen. Das alles hat zur deutlichen Anhebung der Grundpreise geführt.

Wie die Fahrvorstellung zeigte, haben die Lenkräder mit zwei oder vier Speichen prinzipiell dieselben Bedienelemente, die sich zum Beispiel bei der Einstellung des Abstandsreglers oder der Radio-Lautstärke überraschend gut bedienen lassen. Die Sprachsteuerung des MBUX genannten neuen Bediensystems, das unter anderem schon im Transporter Sprinter angeboten wird, ist längst nicht so begriffsstutzig wie die Systeme anderer Hersteller. Man muss sich aber daran gewöhnen, nun geduzt zu werden.

Neu in der Antriebspalette ist der Top-Dieselmotor OM 654 M mit Starter-Generator und 48-Volt-Bordnetz. Der Vierzylinder holt aus zwei Litern Hubraum 195 kW/265 PS und bietet ein maximales Drehmoment von 550 Newtonmetern. Er arbeitet mit der Neungang-Wandlerautomatik zusammen. Der Motor ist gut gedämmt und startet nach dem Ampelstop sehr sanft. Die bekannte Automatik harmoniert mit ihm bestens und schaltet ebenfalls sanft und meist unmerklich. Den souveränen Durchzug dürften sich aber nur selbstfahrende Taxi- oder Mietwagenunternehmer gönnen.

Der neue Motor hat die zweite Generation des Integrierten Starter-Generators (ISG), die zwischen Motor und Getriebe sitzt und weniger Leitungen benötigt. Sie erlaubt im Unterschied zu ersten ISG-Generation auch das antriebslose Segeln. Bei den für das Taxi-Gewerbe wesentlichen Dieselmotoren E 200 d und E 220 d hat sich erst einmal nichts geändert. Sie besitzen noch die erste ISG-Generation, die möglichweise nach und nach durch die zweite abgelöst werden könnte.

Mächtig stolz sind die Entwickler auf ihr Angebot von gleich sieben Plug-in-Hybriden mit Benzin- oder Dieselmotor, die freilich auch ihrer Aussage nach nur niedrige Verbrauchswerte erzielen, wenn ihre Akkus häufig geladen werden. Außerdem müssen die Nutzer dieser E-Klasse-Generation bis zum Schluss mit dem deutlich sichtbaren Laderaumverlust leben, den die Akkus im Kofferraum mit sich bringen.

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