Der Ford Mustang Mach-E wäre als Taxi ein Zugpferd

Die elektrische Fließheck-Limousine bietet Fahrgästen und ihrem Gepäck viel Platz, fährt leise und komfortabel und lässt sich im One-Pedal-Modus sehr sparsam bewegen.

Der Testwagen wurde zum Teil langsam mit 11 kW an Wechselstrom-Ladesäulen wie hier aufgeladen. (Foto: Dietmar Fund)
Der Testwagen wurde zum Teil langsam mit 11 kW an Wechselstrom-Ladesäulen wie hier aufgeladen. (Foto: Dietmar Fund)
Dietmar Fund

Nach mehr als 1.600 Test-Kilometern bei taxi heute galoppiert der Ford Mustang Mach-E seit dem 2. Juli 2022 wieder zu anderen Weidegründen. Das ist schade, denn an dieses geräumige Fließheck-Modell mit batterieelektrischem Antrieb und leicht erhöhter Sitzposition könnte man sich gedanklich als Taxi- oder Mietwagenfahrer leicht gewöhnen. Der Einstieg ist vorne wie hinten aufgrund der nicht ganz auf SUV-Höhe angeordneten Sitze sehr bequem, nur beim Ausstieg hinten stören die recht ausgeprägten Schweller. Dafür geht die Kniefreiheit auch im Fond in Ordnung, man kann seine Füße unter die Vordersitze schieben und nur ganz lange Lulatsche gehen auf Tuchfühlung mit dem nach hinten abfallenden Dach. Der Kofferraum ist geräumig genug und gut beladbar.

Die schon beim getesteten Basismodell serienmäßigen Sportsitze vorn sind angenehm straff gepolstert und geben guten Seitenhalt, ohne breiter gebaute Menschen einzuengen. Auch auf langen Schichten sitzt man noch bequem. Die Bedienung mit zwei Lenkstockhebeln, Tasten im Lenkrad und den Touchscreen ist selbsterklärend. Die Handy-Koppelung klappt im Nu und bietet eine gute Sprachqualität im Auto wie beim Angerufenen. Wer sich an eine vorgegebene Struktur hält, kann mit der Sprachbedienung leicht Telefonate führen oder Naviziele eingeben, sofern nicht die Klimaautomatik gerade auf der höchsten Stufe arbeitet und man bei Landstraßentempo Windgeräusche vernimmt.

Der Ford Mustang Mach-E mit Heckantrieb und kleiner Batterie war mit seinen serienmäßigen 18-Zöllern zwar straff, aber noch ausgewogen gefedert. Auch seine Lenkung überzeugte. Das niedrige Niveau der Abrollgeräusche war sehr angenehm, während sich bei Landstraßentempo die üblichen Windgeräusche an den A-Säulen bemerkbar machten.

Trotz hoher Außentemperaturen und ständig laufender dreistufiger Klimaautomatik zeigte sich das elektrische „Zugpferd“ der Kölner im One-Pedal-Modus und im Fahrmodus „zahm“ lebendig und genügsam zugleich. Selbst auf Etappen, die neben Landstraßen auch Autobahnabschnitte enthielten, lag der Verbrauch unter den magischen 20 kWh/100 km, die momentan als guter Wert gelten.

Einen ausführlichen Testbericht bringt taxi heute in der Ausgabe 8-9/2022. Interessierte Leserinnen und Leser können Testnotizen und die Preisliste vom 1. Juni 2022 als pdf-Datei im Downloadbereich dieser Meldung herunterladen.

Warum der Ford Mustang Mach-E als Taxi nur ein gutes Zugpferd „wäre“ und nicht „ist“? Ford hat für ihn noch keine Entwicklung eines Taxi- oder Mietwagen-Pakets beim Entwicklungs- und Umrüstpartner INTAX in Auftrag gegeben. Laut dem Kölner Umrüster Jürgen Weberpals liefert Ford zwar die für die Konformitätserklärung nötigen Unterlagen, aber dafür ist beim Mach-E der Abgriff für die Taxi-Alarmanlage noch ungeklärt.

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