Mit der Einführung des neuen Jumpy-Nachfolgers Space Tourer kann Citroen es konzeptionell mit den Spielarten des VW T6 und des Mercedes-Benz Vito sowie der V-Klasse aufnehmen. Das zeigte eine erste Sitzprobe am 6. April 2016 auf der technoclassica in Essen, wo Citroen die Deutschland-Premiere mit einem Vorserienfahrzeug feierte.
In Essen war die mittlere Variante als Achtsitzer mit langem Radstand und kurzem hinterem Überhang sowie verschiebbaren Fahrgastsitzen ausgestellt. In ihren Kofferraum kann man drei Bordtrolleys längs nebeneinander legen und eine zweite Reihe darauf stapeln, wenn der Taxifahrer die Sitze vom Kofferraum aus mit Hilfe von Schlaufen entriegelt und in den Bodenschienen ganz nach hinten gezogen hat. Dann genießen die Fahrgäste in der zweiten und dritten Reihe gute Kniefreiheit und selbst unter dem Panorama-Glasdach gute Kopffreiheit. In Fahrtrichtung links können sie jeweils einen Doppelsitz leicht verschieben, auf der rechten Seite einen Einzelsitz. Beides geht in beiden Richtungen viel leichter, als man dies von den deutschen Wettbewerbern her kennt.
Einsteigen kann man vorn so bequem wie im Vito und an den beiden Schiebetüren dank eingearbeiteter Trittstufe vergleichbar gut wie bei den beiden Deutschen. Nach vorn klappen lassen sich die Sitze am Einstieg nicht. Nur ihre Lehnen kann man dazu ganz abklappen. Zum Durchstieg nach hinten muss das Gestühl mit geklappter Lehne nach vorn verschoben werden. Leider fehlen Haltegriffe an den Einstiegen.
Der Innenraum des Space Tourer ist mit hochwertigen Teilen und Materialien aus der Pkw-Abteilung gestaltet. Originell als Drehschalter ist der Wählhebel der Automatik ausgeführt, in deren Arbeit der Fahrer zusätzlich durch Lenkradwippen eingreifen kann. In der Mittelkonsole könnte ein Fach ein Taxameter oder ein Funkgerät aufnehmen. Zwei Becherhalter gibt es neben den A-Säulen und in den riesigen Ablagen der vorderen Türverkleidungen kann man 1,5-l-Flaschen locker unterbringen.
Die robuster als etwa im Renault Trafic wirkende, große Heckklappe lässt sich recht leicht öffnen und mit einer innen angebrachten Schlaufe schließen. Unter ihr können bis zu fast 1,90 Meter große Fahrer noch stehen, wenn sie auf das hervorstehende Schloss achten. Bei Bedarf kann man wie bei der V-Klasse auch nur die Heckscheibe öffnen.
Ein Einfüllstutzen für AdBlue, das alle Dieselmodelle brauchen, war am Ausstellungsfahrzeug noch nicht zu sehen. Der Tankstutzen hinten links lässt dafür keinen Platz und im Motorraum war keine blaue Einfüllöffnung à là VW zu finden. Möglicherweise wird AdBlue ganz unten an der B-Säule nachgefüllt, wo ein entsprechendes Feld am Vorserienfahrzeug noch mit einem grauen, funktionslosen Deckel abgedeckt war.
Bernd Große Holtforth, der „Taxi-Strippenzieher“ im Hause Peugeot-Citroen, möchte bald seine Taxi-Konditionen kalkulieren und hat bereits ein Fahrzeug zur Entwicklung des Taxi-Paketes bei Intax reserviert. Die Pressefahrvorstellung des Space Tourer ist für den September geplant. Seine einfachere Nutzfahrzeug-Kombi-Variante unter dem bekannten Namen Jumpy wird der Presse bereits Anfang Juni vorgestellt.
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