Neue Uber-Regeln in München: Warum Fahrten jetzt teurer werden können
Seit dem 1. Juli gelten in München verbindliche Mindestpreise für Fahrdienstvermittler wie Uber und Bolt. Die Regelung betrifft sämtliche Fahrten innerhalb des Stadtgebiets, unabhängig davon, wo das jeweilige Unternehmen seinen Betriebssitz hat. Grundlage ist eine Allgemeinverfügung der Stadt München. Mit der Maßnahme sollen nach Angaben der Stadt gleiche Wettbewerbsbedingungen zwischen Taxiunternehmen und Mietwagenanbietern geschaffen werden.
Preis orientiert sich am Taxitarif
Die Mindestpreise orientieren sich am geltenden Taxitarif. Während der Taxitarif einen Grundpreis von 5,90 Euro sowie 2,70 Euro pro Kilometer vorsieht, gelten für Mietwagenfahrten ein Grundpreis von 5,13 Euro, ein Kilometerpreis von 2,43 Euro bis einschließlich sieben Kilometer sowie 2,25 Euro für längere Strecken.
Eine Ausnahme besteht für Fahrten, die mindestens eine Stunde vor Fahrtbeginn beim Unternehmen gebucht werden. Für diese Fahrten gelten die Mindestpreise nicht.
Rabatte weiterhin möglich
Preisnachlässe bleiben nach Angaben der Stadt zulässig. Sie dürfen jedoch nicht dazu führen, dass der tatsächlich gezahlte Fahrpreis unter den vorgeschriebenen Mindestpreis sinkt.
Stadt nennt Wettbewerb und Verkehrspolitik als Gründe
Nach Angaben der Stadt lagen die Preise taxiähnlicher Fahrdienste bislang durchschnittlich rund 40 Prozent unter den Taxitarifen. Zudem verweist die Verwaltung auf systematische Verstöße gegen arbeits- und sozialrechtliche Vorschriften. Gleichzeitig befürchtet die Stadt, dass besonders günstige Fahrangebote Fahrgäste vom öffentlichen Personennahverkehr abziehen könnten. Die Maßnahme sei daher auch Teil der kommunalen Verkehrsstrategie.
Unterschiedliche Reaktionen aus der Branche
Der Bundesverband Taxi bewertet die Einführung der Mindestpreise als wichtiges Signal für einen fairen Wettbewerb und eine wirtschaftliche Grundlage der Taxiunternehmen. Freenow verweist auf Erfahrungen aus Köln, wo vergleichbare Mindestpreise bereits Anfang Juni eingeführt wurden. Nach Angaben des Unternehmens habe sich dort die wirtschaftliche Situation der Taxifahrer verbessert.
Uber kritisiert die Regelung dagegen und erwartet, dass eine durchschnittliche Fahrt um acht Euro teurer wird. Nach Einschätzung des Unternehmens werde München dadurch zu einer der teuersten Städte Europas für Fahrdienstangebote. Auch Bolt lehnt die Regelung ab und bezeichnet sie als faktische „Taxi-Steuer“. (Quelle: dpa)
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