Mit dem Taxi ins Hotel – mit dem Uber zum Feiern?

Die Fahrtenbücher der beiden großen App-Dienste Uber und Freenow geben einen seltenen Einblick in die Mobilitätsmuster der Hauptstadt. Während sich Uber-Nutzerinnen und -Nutzer bevorzugt zu Berliner Clubs fahren lassen, steuern Taxi-Kundschaft, die über Freenow bucht, deutlich häufiger Hotels, Verkehrsknotenpunkte und Geschäftsadressen an.

. Während sich Uber-Nutzerinnen und -Nutzer bevorzugt zu Berliner Clubs fahren lassen, steuern Taxi-Kundschaft, die über Freenow bucht, deutlich häufiger Hotels, Verkehrsknotenpunkte und Geschäftsadressen an. | Foto: T. Kanzler/KI
. Während sich Uber-Nutzerinnen und -Nutzer bevorzugt zu Berliner Clubs fahren lassen, steuern Taxi-Kundschaft, die über Freenow bucht, deutlich häufiger Hotels, Verkehrsknotenpunkte und Geschäftsadressen an. | Foto: T. Kanzler/KI

Die beiden Unternehmen haben rbb|24 Daten zu den meistgebuchten Zielen des Jahres 2025 zur Verfügung gestellt und zeichnen damit ein differenziertes Bild der städtischen Wege.

Uber veröffentlichte seine Top-Drei-Ziele für Berlin und verzichtete darauf, den Flughafen BER und den Hauptbahnhof in die Statistik aufzunehmen. An der Spitze steht das Berghain, dicht gefolgt vom Sisyphos. Beide Clubs zählen seit Jahren zu den festen Anlaufpunkten für ein Publikum, das bis weit nach Sonnenaufgang unterwegs ist. Auf Rang drei liegt das Kaufhaus des Westens, das als Einkaufsadresse wie als Treffpunkt funktioniert.

Nur Taxibuchungen von Freenow als Grundlage

Bei Freenow, das vor allem Taxis per App vermittelt, sieht die Liste anders aus. Hier führen der BER und der Berliner Hauptbahnhof das Ranking an, gefolgt vom Grand Hyatt Hotel. Danach reihen sich der Ostbahnhof und das Kadewe ein. Auch das Hotel Adlon taucht unter den häufigsten Zielen auf. Neben Bahnhöfen und Hotels lassen sich einige Adressen ablesen, die klar dem Geschäftsverkehr zuzuordnen sind. Die Berliner Niederlassung der Boston Consulting Group liegt in den Top Ten, und auch das Soho House belegt einen der vorderen Plätze. Mit dem Restaurant Borchardt findet sich zudem ein Ort, der seit Jahren zum festen Inventar politischer und wirtschaftlicher Treffen gehört.

Auf Uber wartet man doppelt so lange

Ein weiterer Unterschied zeigt sich bei der Wartezeit. Uber beziffert sie mit durchschnittlich sechs Minuten. Freenow meldet für Taxi-Buchungen über die App 2,7 Minuten. Beide Werte bewegen sich im üblichen Rahmen der Stadt, stehen aber für unterschiedliche Angebotsstrukturen: Während bei Uber freie Fahrzeuge über ein algorithmisches Matching zugeschaltet werden, greifen Freenow-Nutzerinnen und -Nutzer auf das dichte Taxi-Netz der Hauptstadt zu.

Für Gesprächsstoff sorgt traditionell die längste Fahrt des Jahres. Bei Uber ging sie 2025 von Berlin nach Minderlittgen in Rheinland-Pfalz. Die Strecke von rund 680 Kilometern dauerte acht Stunden. Die längste dokumentierte Taxi-Fahrt über Freenow führte nach Bremen und blieb mit 422 Kilometern deutlich darunter. Solche Ausreißer mögen anekdotisch wirken, doch sie zeigen, wie flexibel Kundinnen und Kunden die Dienste inzwischen nutzen.

Jung, Feiern – Uber buchen?

Die Daten liefern damit ein aufschlussreiches Bild der Mobilität in Berlin. Während einige Menschen abends die Nachtclubs ansteuern, nutzen andere Taxis, um pünktlich zu Meetings, Hotels oder Bahnhöfen zu gelangen. Tatsächlich zeigen die Daten von Uber aber auch, dass es wohl überwiegend ein jüngeres Publikum zu sein scheint, das den amerikanischen Plattformbetreiber nutzt. Und das Ranking des Mobilitätsdienstleisters Freenow sieht so aus, als würde es vor allem Geschäftsreisen abbilden.

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