Conference-Days: Taxi-Referenten laufen sich warm

In Kürze informieren zwei namhafte Referenten des Bundesverbandes Taxi und Mietwagen e.V. sowie die Telekom über dringend nötige Taxi-Tarif-Erhöhungen und den Einstieg in die Elektromobilität.

Die beiden Mindestlohn-Erhöhungen 2022 zwingen zu einer schnellen Anhebung der Taxi-Tarife. (Foto: Dietmar Fund)
Die beiden Mindestlohn-Erhöhungen 2022 zwingen zu einer schnellen Anhebung der Taxi-Tarife. (Foto: Dietmar Fund)
Dietmar Fund

Mit der geplanten Erhöhung des Mindestlohns im Juli und der mutmaßlichen zweiten im Oktober 2022 und der Notlage nach zwei Jahren Corona-Pandemie hatte die Taxi- und Mietwagenbranche schon bisher zwingende Gründe für eine rasche und deutliche Anhebung der Taxi-Tarife landauf, landab. Nun sind auch noch die drastisch gestiegenen Energiepreise in die Kalkulation einzuarbeiten. Ob es klug wäre, bei Anträgen zur Erhöhung von Taxi-Tarifen auch auf sie einzugehen, ist ein Aspekt, zu dem Herwig Kollar bei den Conference-Days des HUSS-VERLAGES und von taxi heute Stellung beziehen könnte. Der Präsident des Bundesverbandes Taxi und Mietwagen e.V. (BVTM) referiert am 31. März 2022 zwischen 11 und 12 Uhr zu dem Thema „Erhöhung der Taxi-Tarife für den Mindestlohn 12 Euro“, das Betriebe in den Städten und auf dem Land momentan gleichermaßen beschäftigt.

Kollar zeigt anhand einer Betriebskostenkalkulation, wie notwendig eine Erhöhung der Taxi-Tarife wegen des Mindestlohns von 12 Euro ist. Der Deutsche Bundestag wird aller Voraussicht nach beschließen, dass er ab dem 1. Oktober 2022 gilt. Kollar schildert, wie man einen höheren Tarif beantragt und welche Fakten antragstellende Betriebe dafür liefern müssen.

Als Jurist beschreibt er auch, was Taxibetriebe tun können, wenn die Behörde ihren Antrag ablehnt oder sogar nichts tut. Schließlich will er auch erklären, ob Mischbetriebe mit Betriebszweigen wie Kurier- oder Busfahrten in Kauf nehmen müssen, ihren defizitären Taxi-Bereich mit Einnahmen aus den anderen Bereichen quer zu subventionieren. Hinweise auf die gefährlichen Folgen einer Manipulation der Arbeitszeitaufzeichnungen als Reaktion auf höhere Mindestlöhne runden den Vortrag ab.

Die steigenden Energiepreise zwingen viele Taxi- und Mietwagenbetriebe nun verstärkt dazu, sich Gedanken über die künftige Ausrichtung ihrer Fuhrparks zu machen. Viele befürchteten bisher nicht nur, wegen der oftmals recht niedrigen Reichweite batterieelektrisch angetriebener Taxis und Mietwagen Aufträge ablehnen zu müssen. Dass sich der bisher oft günstige Ladestrom mittelfristig deutlich verteuern könnte, ist eine weitere Befürchtung, die in München und in Hamburg schon wahr geworden ist.

Ob die wirtschaftliche Zukunftsperspektive elektrisch angetriebener Taxis dennoch klar besser ist, wird Gregor Beiner beleuchten, Vorstandsmitglied des BVTM und selbst ein Elektro-Pionier in München. Er berichtet am 1. April zwischen 11 und 12 Uhr im Slot „Elektromobilität in Taxi- Mietwagenbetrieben“ über erste Rückmeldungen aus der Politik auf den Bundesfahrplan eTAXI. Er tangiert drei Bundesministerien und muss der Politik daher aufwändig nahegebracht werden. Der BVTM hat über die Elektrifizierung der Flotten bereits Gespräche mit den Verkehrspolitikern Michael Donth (CDU) und Martin Kröber (SPD) geführt.

Als Geschäftsführer des mtz münchner taxi zentrums geht Beiner auf die notwendige Schnelllade-Infrastruktur und die Reichweitenangst der Taxibetriebe ein. Er schildert auf der Basis seiner schon mehr als drei Jahre lang gesammelten Erfahrungen, wie er die Schulung des Fahrpersonals und das Laden im Mehrschichtbetrieb organisiert hat und wie positiv sich die Umstellung von Diesel- auf Elektro-Taxis trotz steigender Strompreise auf die Betriebskosten auswirkt. Ein Ausblick auf die „Ausflottung“ seiner ersten Elektrotaxis vom Typ Jaguar I-PACE und die kürzliche Beschaffung elektrisch angetriebener Vans als Inklusionstaxis runden den Beitrag ab.

Die Elektromobilität ist auch Thema des Slots, den die Telekom Deutschland GmbH als Partner des Taxi-Gewerbes schon für den 23. März von 9 bis 10 Uhr gebucht hat. Er trägt den Titel „Projekt Zukunftstaxi – aus Hamburg für Deutschland“. Die Referenten gehen auf den aktuellen Stand des Hamburger Projekts „Zukunftstaxis“ ein, bei dem die Telekom Partner für die Errichtung der taxispezifischen (Schnell-) Ladeinfrastruktur ist. Bei diesem Projekt hat sich im letzten Jahr eine Menge getan. Es rollt nicht nur bereits eine große Anzahl von Elektrotaxis durch die Hansestadt, sondern es tut sich auch Einiges bei der Ladeinfrastruktur. Dass die Hürden hier höher als gedacht sind, hat kürzlich ein Online-Austausch der beteiligten Taxiunternehmer mit Dirk Ritter von der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende gezeigt. Er zählt zu den Referenten der Telekom.

Welche Lösungsvorschläge die Telekom für einen Ausbau der taxispezifischen Schnelllade-Infrastruktur hat, beleuchtet Philipp Balkenhol von der Tochtergesellschaft Comfort Charge. Er geht auch auf den Ausbau an Anlaufpunkten der Taxis in anderen deutschen Städten ein. Welche Ladekonditionen, welche Ladekarte und welche Apps die Telekom Taxi- und Mietwagenbetrieben anbietet, ist schließlich das Thema von Hannes Jäschke von Market Solutions.

Moderieren wird den Telekom-Slot Christian Meyer, der in der Branche als Taxi-Ansprechpartner bekannt ist. Er wird auch schildern, welche Anstrengungen die Comfort Charge unternimmt, um den einstiegswilligen Unternehmerinnen und Unternehmern längerfristig günstige Ladetarife anzubieten.

Bei allen Referaten ist genügend Zeit eingeplant, um Teilnehmerfragen zu beantworten, die schriftlich im Chat gestellt werden können. Die Teilnahme an den Conference Days 2022 ist kostenlos. Anmelden können Sie sich hier.

Für die beiden redaktionellen Slots von Herwig Kollar und Gregor Beiner haben sich jeweils schon mehr als 50 Teilnehmer und Teilnehmerinnen angemeldet.

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