Taxibetriebe im Landkreis Roth liegen im Clinch mit der AOK

Auch im Landkreis Roth südlich von Nürnberg haben sich Taxibetriebe zusammengetan und weigern sich, nach dem neuen Tarifmodell der AOK Schwabach zu fahren, das sie als nicht kostendeckend ansehen.

Michael Butschek hat im Landkreis Roth die Taxiunternehmer und –unternehmerinnen zusammengeführt, um gemeinsam bei der AOK Schwabach auskömmliche Tarife für Krankenfahrten auszuhandeln. (Foto: Dietmar Fund)
Michael Butschek hat im Landkreis Roth die Taxiunternehmer und –unternehmerinnen zusammengeführt, um gemeinsam bei der AOK Schwabach auskömmliche Tarife für Krankenfahrten auszuhandeln. (Foto: Dietmar Fund)
Dietmar Fund

Wie in anderen Regionen Bayerns hat die AOK Schwabach kürzlich im Landkreis Roth nach langwierigen, schon 2021 begonnenen Verhandlungen, die auf der Zielgeraden waren, einen ganz neuen Tarif-Vorschlag für Krankenfahrten eingebracht. Er sah vor, Anfahrtskosten und Wartezeiten in der Regel nicht mehr zu vergüten. Damit wären die Konditionen in der ländlichen Region mit ihren oft langen Anfahrten nicht mehr kostendeckend gewesen. Deshalb haben die Taxiunternehmer und –unternehmerinnen, die der Rother Unternehmer Michael Butschek koordiniert, diesen Vorschlag abgelehnt. Sie fahren wie schon im vertragslosen Zustand über ein Jahr lang nur nach dem geltenden Taxitarif, wenn die Patientinnen und Patienten in Vorleistung treten.

Butschek hat darauf nun mit einer Pressemitteilung aufmerksam gemacht, mit der er um Verständnis für diese Maßnahmen werben möchte. „Die Taxiunternehmer sind nicht bereit, Krankenfahrten mit Verlust durchzuführen. Sie verstehen zwar die schwierige Lage und haben Verständnis dafür, dass die AOK wirtschaftlich handeln muss, doch die geforderten Preise decken nicht die tatsächlichen Kosten ab“, heißt es darin. „Die Taxiunternehmer haben natürlich Verständnis für die schlechte Situation der Patienten, können jedoch die Abrechnung aufgrund des fehlenden Vertrags nicht selbst durchführen und müssen daher die Bezahlung für die Fahrten so durchführen, dass der Patient hier in Vorleistung gehen muss.“ Butschek weist darauf hin, dass bei Serienfahrten zum Beispiel zur Dialyse, zur Chemo- oder Strahlentherapie, bei denen mehrmals wöchentlich gefahren werde, schnell Beträge im vierstelligen Bereich anfallen.

Laut dem Rother Unternehmer wünschen sich seine Kolleginnen und Kollegen einen einfachen Tarif ähnlich dem Taxitarif mit Grundpreis, Kilometerpreis und Wartezeitenpreis. Er dürfe zwar etwas unter dem regulären Taxitarif liegen, müsse aber für die Unternehmen dennoch finanziell tragbar bleiben.

Zuletzt hatten die Betriebe in den Landkreisen Cham und Schwandorf Probleme mit den neuen Tarif-Vorstellungen der AOK Bayern, über die taxi heute bereits berichtet hat.

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